Erfolg Magazin Ausgabe 03-2022

erfolgmagazin

MICHAEL JAGERSBACHER: Herbert Grönemeyer – Mit 66 Jahren ist lange nicht Schluss
DANIEL AMINATI: im Interview – Am Abgrund wuchsen ihm Flügel
RAINER ZITELMANN: Steve Wonder – die lebende Soul-Legende
HEIDI WEBER RÜEGG: Auslaufmodell Leistungskultur
KARSTEN BROCKE: Brainset – wie wir werden, wer wir sind
CARMEN UTH: Interview mit Jan Sosniok über Menschen als Magneten
NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt
BEST OF WEB: Schauen Sie doch mal online rein
ERFOLG Magazin Top Experten
ERFOLG Magazin Brand Ambassadors

GRETA SILVER: STRAHLE DURCH DIE STÄRKUNG DEINES KÖRPERS

3/ 2022

JAN SOSNIOK

IM INTERVIEW

ÜBER ERFOLG

UND EMOTIONEN

STEVIE WONDER

DIE LEBENDE

SOUL-LEGENDE

Verleger

Julien Backhaus

über Verbesserung

DANIEL AMINATI

IM INTERVIEW ÜBER

BEHARRLICHKEIT UND

SELBSTREFLEXION

HERBERT

GRÖNEMEYER

ZUM 66. GEBURTSTAG BLICKEN WIR AUF

DIE KARRIERE DES KULT-MUSIKERS

BACKHAUS VERLAG 5 €

ÖSTERREICH 5,60 € |SCHWEIZ 8,00 CHF

Bilder: IMAGO / Future Image, Oliver Reetz


Editorial

Bild: Oliver Reetz

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Noch mehr

Erfolg für Sie!

Das nächste Heft

erscheint am

23. Juni 2022

Es muss besser werden

Die Welt steht vor großen Problemen. Manche davon scheinen unüberwindbar.

In den letzten Monaten und Jahren haben wir viel

schreckliches erlebt. Kriege, Pandemie, Inflation, Naturkatastrophen,

Politikversagen. Ist es angebracht, jetzt über Erfolg zu sprechen? Ich

sage: mehr denn je. Die Tatsache, dass so einiges im Argen ist, lässt sich

nüchtern bestätigen – sicher auch betrauern. Aber da heraus kommen

wir nur, indem wir es besser machen. Der Evolution ist gar nicht daran

gelegen, das Rad immer neu zu erfinden. Es geht ihr viel mehr darum,

es immer besser zu machen. Alles und alle müssen immer besser werden

– auch wir Menschen natürlich. Gerade in Momenten der Fassungslosigkeit

wie einem Krieg oder einer Naturkatastrophe gilt es,

nach vorne zu schauen. Noch während wir versuchen, das aktuelle

Chaos zu beherrschen, sollten wir uns an die Arbeit machen, besser zu

werden. Damit wir künftige Ereignisse noch besser beherrschen

können.

Vielleicht kennen Sie die Erzählung von Sokrates, der mit einem Schüler

am Meeresufer entlang geht. Der Schüler fragt den Meister, wie er

auch so klug werden könne. Sokrates geleitet ihn ins Wasser und

drückt den Schüler so lange unter Wasser, bis er beinahe das Bewusstsein

verliert. Als Sokrates ihn wieder an die Wasseroberfläche kommen

lässt, schnappt der Schüler wie wild nach Luft. Der Meister fragte

den Schüler, was er sich unter Wasser am meisten gewünscht hatte.

»Luft zum Atmen«, sagte der Schüler. Sokrates entgegnete: »Wenn du

Wissen so sehr willst wie du eben Sauerstoff wolltest, kannst du so

weise werden wie ich.« Ob sich diese Geschichte tatsächlich zugetragen

hat, können wir nicht sagen. Aber sie verdeutlicht ein Problem, das

wir Menschen haben. Wir reagieren oft erst, wenn es schlimm ist.

Aber wir müssen stetig um diese Luft ringen. Wir müssen täglich so

hart wie nur möglich daran arbeiten, dass wir besser werden und die

Zukunft dadurch besser machen. Wir dürfen den Kopf nicht in den

Sand stecken, in der Hoffnung, das Problem wird uns nicht finden. Ihr

Hintern guckt schließlich immer noch raus. Das Problem wird Sie

finden. Und es wird nur umso schlimmer.

Ja, wir müssen über Erfolg sprechen. Denn nur, wenn wir als Individuum

und als Gesellschaft besser werden, kann auch die Zukunft

besser werden. Aber der Beginn liegt bei uns selbst. Änderst du dich

nicht, ändert sich gar nichts.

Viel Vergnügen beim Lesen

Ihr Julien Backhaus

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der Backhaus Mediengruppe Holding GmbH,

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INHALT 3/2022

12

Herbert

Grönemeyer

Erfolg

Herbert Grönemeyer:

Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss

Michael Jagersbacher................................... 12

Am Abgrund wuchsen ihm Flügel

Daniel Aminati im Interview.......................... 30

Leben

Strahle durch die Stärkung deines Körpers –

Buchauszug von Greta Silver.......................... 8

Menschen als Magneten

Jan Sosniok im Interview mit Carmen Uth.....18

Story

Stevie Wonder – die lebende Soul-Legende

Dr. Dr. Rainer Zitelmann............................... 44

30

Daniel Aminati

im Interview

»TALENT ZU HABEN IST DAS EINE.

TALENT IST EINE WUNDERBARE

AUSGANGSPOSITION. WENN DU ABER

NICHT TÄGLICH AN DEINEM TALENT

FEILST, WIRD’S SCHWER AUF DAUER.«

Bilder: IMAGO / POP-EYE / Future Image / ZUMA Wire, Olaf Kroenke

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


ERFOLG

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E magazin

Wissen

Brainset – wie wir werden, wer wir sind

Karsten Brocke............................................. 40

Einstellung

Trau dich, groß und frei zu träumen –

Buchauszug von Veit Lindau......................... 26

»Achte auf deine Sprache« –

Buchauszug von Verleger Julien Backhaus.... 37

Auslaufmodell Leistungskultur

Heidi Weber Rüegg...................................... 43

18

Jan Sosniok: »Ich glaube, dass wir

Menschen wie Magneten sind.«

Sonstiges

News: Aktuelle News aus der Erfolgswelt....... 6

Best of Web:

Schauen Sie doch mal online rein................. 48

Die Erfolg Magazin Top Experten................. 49

Die Erfolg Magazin Brand Ambassadors....... 50

44

Stevie Wonder

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

5


News

NEWS

Oscar für Gerd Nefzer – eine Hollywood-Legende

aus Deutschland

»And the Oscar goes to… «, hieß es zum Montag, den 28. März

zum 94. Mal. Kurz darauf hielt Gerd Nefzer seinen zweiten Oscar

in den Händen. 2018 hatte er die Auszeichnung bereits für »Blade

Runner 2048« erhalten, dieses Jahr wurde er nun erneut dafür

geehrt, einer düsteren Zukunftswelt Leben einzuhauchen: Beim

diesjährigen Award-Liebling, dem Science-Fiction-Epos »Dune«,

wurde er für die Kategorie Visuelle Effekte ausgezeichnet. Damit

ist er einer von weniger als 50 Deutschen, die in der langjährigen

Geschichte des »Academy Award of Merit«, wie der Oscar richtig

heißt, eine solche Trophäe ihr Eigen nennen konnten. Eine Bilderbuchkarriere

in Hollywood – dabei war sein Lebensweg eigentlich

anders geplant, denn Nefzer ist gelernter Agrartechniker.

Erst durch seinen Schwiegervater, der einen Film-Auto-Verleih besitzt,

kommt der als Gerd Feuchter geborene, spätere Star mit der

Entertainment-Industrie in Berührung. Seine Aushilfstätigkeiten

bei der »Nefzer Special Effects« gefallen ihm so gut, dass er bald

darauf in die schwäbische Firma einsteigt – und später bis nach Babelsberg

expandiert. Bald wird auch Hollywood auf ihn aufmerksam

und so kommt es, dass Nefzer Special Effects für Blockbuster

wie »Stirb langsam« und »Die Tribute von Panem« kreiert. Der

endgültige Durchbruch gelingt dem heute 56-jährigen mit seiner

später Oscar-prämierten Mitarbeit an »Blade Runner 2049«: Hier

bleibt er vor allem für seinen Einfallsreichtum im Gedächtnis –

um eindrucksvolle Meereswellen zu erzeugen, griff er nicht etwa

auf Wellenmaschinen zurück, sondern ließ diese mittels Abrissbaggern

in einem großen Gastank entstehen. »Man muss immer

an das glauben, was man macht, und hart dafür arbeiten«, fasst

Nefzer sein Erfolgsgeheimnis gegenüber den »Stuttgarter Nachrichten«

zusammen. Dass er bei der Verleihung des Awards 2022

persönlich anwesend sein konnte, hat allerdings auch ein wenig

mit Glück zu tun: Erst am Freitag vor der Gala wurde er erstmalig

nach einer Corona-Erkrankung wieder negativ getestet.

ERFOLGSZITAT

Beyoncé

Jeden Tag neu auf Instagram

bei @erfolgmagazin

»Wenn alles perfekt wäre,

würdest du niemals lernen

und niemals wachsen.«

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


News

Foo Fighters:

Rekord bei den 64. Grammy Awards

Aktuelle News aus der Erfolgswelt

»Ein großes Konzert, bei dem zwischendrin Awards verliehen

werden« – so kündigte Moderator Trevor Noah die 64. Grammy

Awards, das musikalische Äquivalent zur Oscar-Verleihung, an.

Und tatsächlich rockten in der Nacht zum 4. April 2022 Pop-Größen

wie Billie Eilish und Lady Gaga die Bühne in der MGM Garden

Arena von Las Vegas – dorthin nämlich waren die ursprünglich

für Januar geplanten Awards nämlich verschoben worden.

25. März im kolumbianischen Bogotà leblos aufgefunden. Die

Todesursache wird derzeit noch ermittelt. Das Grammy-Komitee

ehrte das verstorbene Bandmitglied allerdings mit einem längeren

Video-Einspieler, der noch vor der »In Memoriam«-Rubrik gesendet

wurde.

Über die begehrte Trophäe in Form eines goldenen Grammophons

durften sich unter anderem Bruno Mars und Anderson

.Paak freuen: Sie erhielten die Auszeichnung »Song of the Year«

für ihr Lied »Leave the Door Open«. Als beste Newcomerin wurde

die erst 19-jährige Sängerin Olivia Rodrigo ausgezeichnet. Zudem

kann sie nun den Grammy für das beste Pop-Vocal-Album

ihr Eigen nennen.

Einen besonderen Erfolg feierten die Foo Fighters. Die Band um

den Ex-Nirvana-Drummer Dave Grohl gewann insgesamt drei

Preise – den für die beste Rock-Performance, den besten Rock-

Song und für das beste Rock-Album. Insgesamt fünfzehn Mal, so

oft wie keiner zuvor in der Geschichte des Grammys, wurde die

Band somit für die Kategorie »Best Rock Album« geehrt. Es ist ein

kleiner Trost für die Gruppe, die erst vor kurzem den unerwarteten

Tod ihres Drummers Taylor Hawkins verkraften musste und

die daher auch der Veranstaltung fernblieb. Hawkins wurde am

Bilder: IMAGO / Picturelux / Gonzales Photo / NurPhoto, Depositphotos / benhoudijk

Pünktlich zum Album-Release: Red Hot Chili

Peppers auf Hollywood Walk of Fame geehrt

Seit 1960 gibt es sie, heute gilt sie als eine der größten Auszeichnungen

für Prominente: Die Ehrung auf dem Hollywood Walk of

Fame. Mittlerweile zählt der Gehweg am Hollywood Boulevard

nun insgesamt 2.717 statt 2.716 Sterne, denn unlängst wurde

auch für die Red Hot Chili Peppers ein solcher in den Weg eingelassen.

Die Ehrung der Band auf dem berühmten Bürgersteig

war wohl schon länger geplant, wie Ana Martinez, eine Verantwortliche

für die Ehrungen auf dem Hollywood Walk of Fame,

der »NBC« zufolge berichtete: Laut ihr wurde der Stern für die

Red Hot Chili Peppers bereits im Jahr 2008 beschlossen. Dass es

am 31. März 2022 endlich soweit war, stellt sich für die Band aus

Kalifornien als ein besonders günstiges Timing heraus. Denn die

Ehrung kam gerade rechtzeitig zur Veröffentlichung des neuen

Studio-Albums »Unlimited Love« am 1. April – es ist ihr erstes seit

über fünf Jahren.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

7


Leben

Um auch noch mit 75 Jahren

auf der Bühne zu strahlen,

macht Sängerin Cher

täglich Workouts.

STRAHLE

durch die Stärkung

deines Körpers

BUCHAUSZUG AUS »BRING DICH SELBST ZUM LEUCHTEN« VON GRETA SILVER

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Leben

Viele Menschen vergessen, sich zu bewegen – besonders bei zunehmendem Stress und Alter.

Die 74-jährige YouTuberin, Podcasterin und Autorin Greta Silver weiß, wie wichtig Bewegung für einen

starken, gesunden Körper und einen ausgeglichenen Geist ist. In ihrem neuen Buch gibt sie ihre Tipps

und Routinen an ihre Leserschaft weiter und setzt Impulse, den eigenen Körper wie einen Freund zu

behandeln – denn: »Unser Körper ermöglicht uns ein Leben auf dieser Erde.«

Bilder: IMAGO / POP-EYE, Depositphotos / VitalikRadko

Wie gut, dass sich die Erkenntnis,

dass ich mich

bewegen muss, wenn

ich nicht einrosten will,

doch irgendwann den

Weg ins Bewusstsein gebahnt hat. Das war

mit Ende fünfzig – früher, glaube ich,

wohl nicht.

Einige Jahre habe ich Pilates in einer

Gruppe gemacht und die Figuren von Tai-

Chi im Verein gelernt. Ich wusste vorher

nicht, dass man davon auch Muskelkater

bekommen kann. Bei mir im Garten hörte

ich dabei über meinen MP3-Player zwei

Ave-Maria-Versionen. Einmal gesungen

von Maria Callas, einmal eine, bei der

Geigen die »Stimme« übernehmen. Und

zu dieser Musik machte ich Tai-Chi. Wer

die Übungen kennt, ahnt, wie cool sich

das anfühlt, gleichzeitig, wenn die Geigen

in den höchsten Tönen jubeln, auch die

Hände oben zu haben für diese harmonischen

Übungen. Ein Urlaubsbild schießt

mir in den Kopf. In einem Hotel mit großem

Dachgarten zwischen den Kirchturmkuppeln

in Rom – unweit des Campo

de’ Fiori –, ein langes, weites rotes Kleid,

Ave Maria mit Kopfhörern auf den Ohren,

und dann ich alleine in aller Frühe mit

meinen Tai-Chi-Übungen. Ihr merkt

schon, das will auch jetzt wieder gelebt

werden. Bücher schreiben sind immer

auch meine eigenen Entdeckungsreisen.

Nordic Walking – als es noch peinlich

war, mit Stöcken zu laufen. Die Welle

schwappte von Finnland zu uns rüber,

und meiner ganzen Familie war es unangenehm,

wenn ich mit Stöcken auf die

Straße ging. Ich hatte im Sportgeschäft

gleich einen Kurs gebucht, wo wir bei den

Übungen gefilmt wurden und selbst erkannten,

was wir alles falsch machten.

Das hat mir sehr geholfen. 90 Prozent

unserer Muskeln kommen in Bewegung

bei diesem Sport, wenn wir es richtig machen

– nicht schlecht.

Yoga hat mich auch viele Jahre begleitet.

Neugierig geworden war ich auf meinen

Ayurvedareisen, wo ich Unterricht nahm.

Diese wenigen Übungen nahm ich auf CD

mit nach Hause und habe diese viele Jahre

durchgeführt. Ich erinnere mich an 15-

mal hintereinander den Sonnengruß – das

»Gewohnheiten, Routinen sind bei Bewegung

enorm wichtig. Ohne wird das nichts

bei mir. Ich brauche eine feste Regel.

Dann findet der Sport statt und Ende.«

war schon was. Ich blieb auf diesem

Niveau stehen, hatte keinen weiteren

Unterricht. Mache immer noch gerne den

Drehsitz, das Krokodil und den Hund und

baue diese Übungen ein, wenn ich eh auf

der Matte sitze und ein paar Turnübungen

mache – zum Beispiel: Sitzen. Mit ausgestreckten

Beinen die Füße umfassen und

mit der Stirn fast auf die Knie. Aber auch

Crunches für den Bauch tun gut. Die baue

ich immer mal wieder mit ein.

Kennt wohl noch jemand die Welle der »5

Tibeter«? Die hab ich über Jahre morgens

schon im Schlafanzug gemacht, sodass

sogar mein Hosenboden durchgewetzt

war von der Brücke. Ich habe mich schon

damals gewundert, wie eisern ich über

Jahre war, und dann hat irgendetwas mich

aus dem Rhythmus gebracht – und mir

fiel es sehr schwer, wieder in diese Gewohnheit

zu kommen. Gewohnheiten,

Routinen sind bei Bewegung enorm wichtig.

Ohne wird das nichts bei mir. Ich

brauche eine feste Regel. Dann findet der

Sport statt und Ende. Nicht jeden Tag neu

überlegen müssen, jetzt oder später oder

doch nicht – das ist unnötiger Stress. Ich

brauche Anker. Wenn ich morgens im

Bad die Uhr umbinde, mach ich anschließend

zehn Kniebeugen mit ausgestreckten

Armen nach vorne.

Meine Füße laufen nach dem Teekochen

schon von alleine direkt zu einem Platz

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

9


Leben

ins Wohnzimmer, wo ich Übungen für

meine Schultern mache. Denn ich sitze

hier am Schreibtisch oft wie ein Geier –

Schultern, Arme und Kopf vor. Ich weiß,

man kann auch mit geradem Rücken am

Schreibtisch sitzen, habe auch genau die

dazu passenden Möbel, aber trotzdem

häng ich hier manchmal so rum. Diese

Übungen sind also Gold wert, um den

durch die Geierhaltung möglicherweise

entstandenen Verspannungen entgegenzuwirken.

»Bring dich selbst

zum Leuchten«

von Greta Silver

224 Seiten

Erschienen: März 2022

Rowohlt Taschenbuch

ISBN: 978-3-499-00818-4

Meine Übungen sind ganz schnell gemacht.

Auf den Bauch legen, Oberkörper

leicht hoch und mit den ausgestreckten

Armen und Beinen paddeln. Das heißt,

die Handflächen gehen ganz schnell aneinander

vorbei. Wenn das zu schwierig

ist, klemm die Füße unter dem Sofa oder

dem Sessel fest und nimm nur den Oberkörper

und die Arme. Wichtig dabei ist,

den Kopf nicht in den Nacken zu nehmen,

sondern nach unten zu schauen.

100-mal.

Dann in Bauchlage mit angewinkelten

Armen den Oberkörper ganz weit nach

rechts, anschließend zur anderen Seite

ziehen, als wollte man schauen, was da

hinten los ist. Das mache ich 20-mal.

Dann noch die Handflächen nach unten

zeigen und neben dem Kopf kreisen

lassen.

20-mal in die eine und 20-mal in die andere

Richtung – meine Pilates-Lehrerin

nannte es: Orangen kullern. Das ist schon

alles auf dem Bauch. Dauert dafür auch

nur ein paar Minuten. Bei all diesen

Übungen spannt man nicht nur die Rückenmuskulatur

an, sondern auch gleichzeitig

die Bauchmuskeln.

Danach geht es bei mir aufs Trampolin.

»Ich mag Lars Amends Aufforderung, jeden

Tag mit zwei Tänzen zu beginnen – das gibt

tatsächlich eine andere Energie.«

Ich habe eines mit Gummischlaufen statt

der Stahlfedern. Das sei gesünder für die

Gelenke, heißt es. Natürlich lieben das

meine Enkelkinder ebenfalls. Dafür habe

ich es dicht an ein Bücherregal gestellt,

damit man sich dort festhalten kann,

wenn man das Gleichgewicht verliert.

Man muss auch gar nicht so wild darauf

springen oder laufen, es hilft auch schon,

etwas zu wippen und langsam anzufangen.

Dann entsteht eine klitzekleine

Schwerelosigkeit, die den Gelenken erlaubt,

sich kurz zu erholen. Sie sollten jedoch

nicht gestaucht werden, wenn die

Füße wieder landen. Mein Trampolin hat

einen Durchmesser von 1,25 Metern und

lässt sich schnell verstecken, wenn es

nicht genutzt wird.

Nun kommt meine große Leidenschaft

Tanzen ins Spiel. Ich mag Lars Amends

Aufforderung, jeden Tag mit zwei Tänzen

zu beginnen – das gibt tatsächlich eine

andere Energie. Da mir für öffentliche Ge-

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Leben

Die 74-jährige

YouTuberin,

Podcasterin und

Autorin Greta Silver

weiß, wie wichtig

Bewegung für einen

starken, gesunden

Körper und einen

ausgeglichenen

Geist ist.

Bilder: Depositphotos / nndanko.gmail.com / IgorVetushko, © www.lotta-fotografie.de, Cover: Rowohlt Taschenbuch

legenheiten ein Tanzpartner fehlt – ich

tanze zwar gerne, hab aber kaum Ahnung

von den einzelnen Schritten der verschiedenen

Tänze –, habe ich Zumba für mich

als eine tolle Alternative entdeckt. Da tanzt

unsere Lehrerin vor, und wir machen es

nach. Die fetzige Musik trägt uns 60 Minuten

am Stück und lässt uns nur kurz zur

Wasserflasche hechten, um dann sofort

wieder weiterzumachen. So verausgabe ich

mich sonst nicht beim Sport. Da brauche

ich jemanden, der mich da zieht.

Daher ja auch immer wieder der gute Rat,

sich mit einer Freundin zum Joggen oder

zu anderen Sportarten zu verabreden. Wobei

ich zugeben muss: Der Begriff Joggen

ist bei mir noch nie passend gewesen, dazu

laufe ich viel zu langsam, immer schon. Ich

ziehe mich dafür auch nicht groß um. Nur

die Laufschuhe müssen sein, die viel abfedern,

ansonsten geht das bei mir auch in

Jeans. Ich muss es so unkompliziert wie

möglich haben, damit ich einfach mache

und mich nicht groß vorbereiten muss. Ich

hatte eine Schwester, die sich schon montags

freute, dass sie in der Woche Tennis

spielen würde oder Golf. Das ist bei mir

nicht der Fall. Mich schickt mein Kopf,

und hinterher sage ich oft nach dem

Zumba: »War doch eigentlich ganz nett.«

Fahrradfahren durch den Wald, um den

See oder durch die Straße liebe ich auch –

mehr und mehr auch Spaziergänge, wo ich

mich über die Intensität der Vogelkonzerte

freue. Wie aus so kleinen Kehlen so eine

weit tragende Stimme kommen kann, mit

den feinsten Nuancen, ist mir ein Rätsel.

GRETAS ROUTINEN

• 10 Kniebeugen im Bad

• 400-mal Hula-Hoop im Schlafzimmer

• 100 kleine Bodenübungen nach dem Teekochen

• 10 Minuten Trampolin

• »Nach Büroschluss« – drei Mal die Woche auf der Matte Crunches, Kopf

auf die Knie, bei ausgestreckten Beinen Füße umfassen, die Yogaübungen:

Krokodil, Hund, Drehsitz.

• Täglich in den Pausen ein Spaziergang von mindestens 30 Minuten, ab und

zu mal Genuss-Joggen – so langsam, dass ich das Wort nicht benutzen

möchte.

• 1 x in der Woche Zumba im Verein

• Ab und an Fahrrad fahren

• Nordic Walking und Tai-Chi leben wieder auf.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

11


Story Erfolg

Mit

66 Jahren

ist noch

lange

nicht

Bild: IMAGO / POP-EYE

Schluss

12

www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg Story

»RUHE GIBT'S

GENUG NACH

DEM TOD.«

– Herbert Grönemeyer

Bilder: IMAGO / DeFodi

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13


Erfolg

»LACHE,

WENN'S

NICHT

ZUM

WEINEN

REICHT.«

– Herbert Grönemeyer

Der Mann, der auf den klingenden

Namen Herbert Arthur

Wiglev Clamor Grönemeyer

hört, hat am 12. April

seinen 66. Geburtstag gefeiert.

Er ist vor allem bekannt als Musiker,

doch darüber hinaus ist er Musikproduzent,

Komponist, Texter und Schauspieler.

Ein Mann, der die deutsche und internationale

Musikszene über Jahrzehnte geprägt

hat wie kein anderer. Es ist höchste

Zeit, sich mit seinem Leben und seinen

Impulsen für Erfolg in diesem Artikel

auseinanderzusetzen.

Theater und Musik – zwei Herzen

in einer Brust

Grönemeyer ist Sohn einer deutsch-baltischen

Krankenschwester und eines deutschen

Bauingenieurs. Dank seiner Familie

mütterlicherseits kam er sehr früh in Kontakt

mit Musik und erhielt bereits mit acht

Jahren Klavierunterricht. Dies versetzte

ihn später in die Lage, als Pianist im

Schauspielhaus Bochum neben seinem

Schulbesuch sein erstes Geld zu verdienen.

Auch mit dem Theater kam Grönemeyer

bereits früh in Berührung, als Musiker, als

Akteur und auch als Texter.

Nach seinem Abitur 1975 begann er mit

dem Studium der Musik- und Rechtswissenschaften

an der Ruhr-Universität in

Bochum, welches er jedoch nach fünf Semestern

abbrach. Im Jahr 1976 wurde Grönemeyer

musikalischer Leiter am Schauspielhaus

Bochum und spielte dort weitere

Theaterrollen, wie den Till Eulenspiegel,

den Prinzen Orlofsky in Johann Strauss’

»Die Fledermaus« und den Melchior in

Frank Wedekinds »Frühlings Erwachen«.

Der Ruf des Fernsehens und der Kinoleinwand

Ende der Siebziger war es also das Theater,

das Fernsehen und etwas später auch die

große Kinoleinwand, die Grönemeyer die

entsprechenden Bühnen boten, nicht die

Musik. Erste Fernsehrollen in ARD und

Co. waren die Folge, obwohl Grönemeyer

niemals Schauspielunterricht genommen

hatte. Seine Schauspielkarriere nahm

Fahrt auf, wohingegen seine musikalische

Karriere einfach nicht zünden wollte. Es

wurde sich sogar über seine Ambitionen

als Musiker lustig gemacht. Sein Solodebüt-Album

»Grönemeyer« erhielt die Goldene

Zitrone für das hässlichste Cover des

Jahres. Auch sein zweites Album »Zwo«

von 1981 war kein kommerzieller Erfolg.

Musikalisch floppte beinahe alles, was er

angriff.

Schauspielerisch gelang ihm allerdings ein

ernstzunehmender Durchbruch mit sei-

Bilder: asdf

14

www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bilder: IMAGO / POP-EYE / 3S PHOTOGRAPHY

ner Rolle in Wolfgang Petersens »Das

Boot« von 1981. Grönemeyer spielte an

der Seite von Schauspielern wie Jürgen

Prochnow, Klaus Wennemann, Martin

Semmelrogge, Jan Fedder, Heinz Hoenig,

Claude-Oliver Rudolph, Sky du Mont und

Uwe Ochsenknecht.

Bochum

Erst 1984 gelang ihm der kommerzielle

Durchbruch mit dem Album »4630 Bochum«.

Es hielt sich 79 (!) Wochen in den

Top 100 der Musikalben in Deutschland.

Vor allem die Singleauskopplung »Männer«

machte den Künstler in ganz

Deutschland bekannt. Auch die Ballade

»Flugzeuge im Bauch« entwickelte sich zu

einem Klassiker deutschsprachiger Rockund

Popmusik und wird auch heute noch

regelmäßig im Radio auf und ab gespielt.

Grönemeyer war mit diesem Album im

Olymp der Musikbranche angekommen

und machte fortan keinerlei Anstalten,

diesen wieder verlassen zu wollen, im

Gegenteil.

Chaos und Schicksalsschläge

Am 20. Januar 1993 heiratete Grönemeyer

seine Lebensgefährtin Anna Henkel, mit

der er zwei Kinder bekam. Im Jahr der

Hochzeit erschien das Album »Chaos«. Es

gelangte auf Platz eins der deutschen Hitparade.

Die Albumtour besuchten in den

Folgemonaten weit über 600.000

Menschen.

Die zunehmende Bekanntheit von Grönemeyer

blieb auch internationalen Medien

nicht verborgen. Der Musiksender

»WENN DIE MEN-

SCHEN AGGRESSI-

VER WERDEN,

LIEGT DAS AUCH IN

DER VERANTWOR-

TUNG DER

POLITIK.«

– Herbert Grönemeyer

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

15


Erfolg

»MTV« lud Grönemeyer 1994 als ersten

nicht englischsprachigen Künstler in die

Fernsehsendung »MTV Unplugged« ein,

wo er seine Hits ohne elektronische Unterstützung

zum Besten gab.

1998 veröffentlichte Grönemeyer sein Album

»Bleibt alles anders«. Natürlich landete

auch dieses Werk auf Platz eins der

Charts und über 350.000 Menschen besuchten

die dazugehörige Tournee. Leider

wurde sie durch den Tod seines Bruders

am 1. November und den Tod seiner Frau

nur vier Tage später am 5. November

unterbrochen. Diese Schicksalsschläge

trafen Grönemeyer hart – er brauchte

über ein Jahr, um überhaupt wieder musikalisch

tätig sein zu können.

Mensch und Co.

Seiner verstorbenen Frau widmete er später

das Lied »Der Weg« auf dem Album

»Mensch« (2002). Es wurde noch vor der

Veröffentlichung aufgrund der Vorbestellungen

mit Platin ausgezeichnet. Letzten

Endes erhielt es 21-fach Gold und belegte

elf Wochen lang Platz eins der deutschen

Album-Charts. Die Single »Mensch« war

Grönemeyers bislang erfolgreichstes Lied,

mit dem er erstmals auf Platz eins der

deutschen Single-Charts landete. Das Album

verkaufte sich über 3,6 Millionen

Mal. Ein weiterer grandioser Erfolg nach

diesen schweren Schicksalsschlägen. Auch

alle darauffolgenden vier Alben landeten

auf Platz eins.

Auch live begeisterte Grönemeyer ein

internationales Millionenpublikum. Er

Der Autor

trat in Deutschland, Österreich, der

Schweiz, Italien, Belgien, den Niederlanden

und Luxemburg auf. Das bisher letzte

Album »Tumult« veröffentlichte der Musiker

2018. Als Fazit seiner musikalischen

Karriere bleibt festzuhalten, dass es elf

seiner Studioalben auf die Nummer eins

der Charts geschafft haben und über 15

Millionen Mal verkauft wurden.

Enormes gesellschaftliches Engagement

Herbert Grönemeyer nutzte seine Bekanntheit

stets dazu, gesellschaftspolitisch

aktiv zu sein und auf Missstände in unterschiedlichen

Bereichen hinzuweisen. So

organisierte er die »Band für Afrika«, die

Konzerte durchführte, um Gelder für diesen

Kontinent zu sammeln. Zusätzlich

engagiert er sich bei Greenpeace für den

Schutz der Arktis und der Weltmeere.

Seine politischen Botschaften richten sich

gegen jede Form von Rechtsradikalität

und gegen die Armut in allen Teilen der

Welt.

Seit Corona setzt sich Grönemeyer besonders

für Kunstschaffende und deren Angehörige

ein, um ihnen Ängste zu nehmen,

weshalb er eine Solidaritätsabgabe

von Reichen einfordert. Mit den so lukrierten

Geldern könnte man vielen Menschen

viel Leid ersparen, so der Sänger.

Witz, Talent, Durchhaltevermögen

und enormes Engagement

Auf diese vier Punkte könnte man wohl

die Karriere von Herbert Grönemeyer herunterbrechen,

wenn man wollte: Er hat

trotz vieler Rückschläge bewiesen, dass er

geduldig auf seine große Chance warten

kann. Er hat dabei stets an sich und an die

Musik geglaubt: »Ich glaube an die euphorisierende

Kraft der Musik.« An diese

glaubt er so sehr, dass er sie als Medium

für gesellschaftspolitische Statements

identifiziert. Daraus ergibt sich seine Lebensvision:

»Ich will irgendwann mal als

Künstler gelten, der für sein Land steht

und der dafür respektiert wird, was er

singt und sagt.«

Michael Jagersbacher ist Kommunikationstrainer,

Unternehmer und Buchautor. Auf seinem Blog

gibt er Tipps, wie man sympathischer wird und

mehr Profil erhält.

Angesprochen auf seine Routinen, Hitalben

zu schreiben, äußert er sich nur folgendermaßen:

»Musik schreibe ich völlig

ohne Plan, so wie ich mir die Zähne putze

oder ein Brot schmiere.« Vielleicht ist

diese »Planlosigkeit« auch sein Erfolgsgeheimnis,

weil er weiß, dass Gott sehr

oft über seine Pläne gelacht hat. Nach 66

Jahren können sie vermutlich beide

lachen.

Bilder: Karin Bergmann, IMAGO / Patrick Scheiber

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg

»›MÄNNER NEH-

MEN IN DEN ARM...

MÄNNER SIND

SCHON ALS BABY

BLAU…‹ – WEL-

CHEN SINN HAT

DAS DENN? ICH

HABE SÄTZE GE-

SCHRIEBEN, DIE

SIND EINFACH

STULLE.«

– Herbert Grönemeyer

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

17


Leben

Menschen

als Magneten

JAN SOSNIOK IM INTERVIEW MIT EMOTIONSEXPERTIN CARMEN UTH

ÜBER POSITIVE UND NEGATIVE GEFÜHLE, POTENZIALBEWUSSTSEIN,

SELBSTLIEBE, MOTIVATION UND ERFOLG.

Herr Sosniok, wir möchten

heute über Emotionen

sprechen. Denn gerade

jetzt ist Emotion natürlich

wirklich ein richtig heißes

Thema geworden. Als Schauspieler sind

Emotionen auch Ihr »Daily Bread«. Ganz

generell, wie stehen Sie zu Emotionen?

Welche Rolle spielt das für Sie in Ihrem

Leben?

Emotionen stehen an erster Stelle, weil

man tagtäglich damit zu tun hat. Und dann

immer so wechselhaft, dass man sich ja

auch nicht mal drauf verlassen kann. Man

kann abends gut gelaunt einschlafen und

morgens ist irgendwas quergelaufen und

man muss mit diesen Emotionen fertigwerden.

Da gibt es natürlich Menschen, die

mit einem zu tun haben und damit ebenfalls

umgehen müssen. Direkt die Familie.

Und somit sind natürlich Emotionen immer

ein interessantes Thema, auch bei mir

im Leben. Aber ich gehe mal davon aus,

dass es jedem anderen auch so geht.

Was sind denn so die drei wichtigsten

Emotionen, die Sie mögen?

Ich mag die Emotion des Empfindens für

Glück. Das ist eine sehr starke Emotion,

die viel beeinflusst. Ich muss aber auch sagen,

dass ich ebenso die Emotion zu schätzen

weiß, traurig zu sein, weil es auch ein

Zustand ist, der sehr inspirierend sein

kann; der auch einen zu sich nach innen

holt. Das Glück ist eher extrovertiert, während

Traurigkeit dann mehr eine Introvertiertheit

ausdrückt. Und ich mag natürlich

so die Emotion des allgemeinen Zustands,

weil die sich immer sicher anfühlt.

Sicherheit?

Nein gar nicht mal. Also die Sicherheit resultiert

daraus. Aber dieses Gefühl von

»alles ist gut«. Das bedeutet, dass ich weder

übermäßig euphorisch noch übermäßig

heruntergezogen bin, sondern mich in dieser

Grauzone bewege.

»Ich habe für mich erkannt,

dass es in Ordnung ist, sich

auch die Seiten anzuschauen,

die man nicht so mag.«

Das gibt dem Farbton Grau eine andere

Qualität. Ich möchte gern noch einmal

zurückkommen auf den Punkt der Traurigkeit.

Das ist etwas, womit die meisten

Menschen kämpfen, wenn sie traurig

sind oder wenn sie Wut im Bauch haben

oder wenn sie gefrustet sind. Die meisten

Menschen lehnen solche Emotionen ab

und fühlen sich damit nicht gut. Sie hingegen

sagen: Traurigkeit, das ist etwas

sehr Schönes. Sie haben gesagt, da gehe

ich nach innen, da bin ich introvertiert.

Was bedeutet es noch für Sie und wie haben

Sie es geschafft, Traurigkeit als etwas

Gutes betrachten zu können und es

wertzuschätzen?

Ich würde mich als einen spirituellen Menschen

bezeichnen, der sich schon auch mit

solchen Themen auseinandersetzt und

auch daran glaubt, dass es vieles gibt, was

wir als Menschen mit logischem Verstand

nicht verstehen – und trotzdem ist es da.

Ich sehe mich ein bisschen wie eine Tasse.

Eine Tasse kann man drehen. Es bleibt immer

dieselbe Tasse, egal wie ich sie drehe.

Und wenn ich diese Tasse einteile in bestimmte

Emotionszustände, dann ist diese

Tasse behaftet mit allen Emotionszuständen,

die wir haben. Und trotz alledem

schaue ich meist nur auf eine Emotion –

nämlich die, die mir gerade zugewandt ist.

Wir sind ja so ein bisschen wie ein Kristall

mit all unseren Facetten und es gibt natürlich

Facetten, die wir uns nicht so gerne

anschauen und sagen: »Nein, damit habe

ich nichts zu tun, das bin ich.«

Ich habe für mich erkannt, dass es in Ordnung

ist, sich auch die Seiten anzuschauen,

die man nicht so mag. Erstaunlicherweise

stellt man dann fest, dass man die eine

oder andere Seite hat, die nicht so schön

ist. Und trotzdem ist sie Teil von mir. Ich

akzeptiere sie und deswegen kann ich mich

dann in Traurigkeit suhlen und kann auch

in Selbstmitleid zergehen. Und ich finde es

nicht schlimm! Natürlich ist es für meine

Familie, insbesondere für meine Frau, die

natürlich an meinen emotionalen Zuständen

teilnimmt, auch eine große Herausforderung.

Aber ich kann dann auch sagen:

»Ja, ich bin jetzt eben auch irgendwie

Bild: Olaf Kroenke

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Leben

Als Tom Lehmann in der Fernseh-Soap »GZSZ«

spielte er sich 1994 bis 1998 in die Teenieherzen.

Als Anwalt bei »Danni Lowinski« holte er sich

2011 den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen

Comedypreis. Als Winnetou bei den Karl

May Festspielen in Bad Segeberg brachte er von

2013 bis 2018 Kinderaugen zum Leuchten. Zuletzt

war er an der Seite von Simone Thomalla in

der ZDF-Serie »Frühling« zu sehen. Auf deutschen

Bildschirmen und Bühnen sorgt Jan Sosniok

für einiges Gefühlschaos. Aber wie geht der

gefragte Schauspieler ganz privat mit Gefühlen

um? Carmen Uth hat nachgehorcht.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

19


Dieser Hund hat

einen Beruf

Benno ist ein Therapiehund

Wenn Benno zur Tür ins Krankenzimmer hereinkommt, vergisst der zehnjährige

Jakob für eine ganze Weile, dass er Knochenkrebs hat. Benno weiß, wie das

geht. Denn er wurde über Jahre darin ausgebildet, Menschen in schwierigen

Lebenssituationen beizustehen.

Ihre Spende verändert Leben.

www.backhaus-stiftung.de

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Leben

schlecht drauf« oder »Lasst mich doch jetzt

mal in diesem Zustand«. Und sie schafft es

dann, mir wirklich das Gefühl zu geben,

dass ich so sein darf, wie ich will. Und in

dem Moment ist es dann für mich leichter,

auch da rauszukommen. Weil ich dann

ganz in Ruhe bin.

Jan Sosniok mit seiner Ehefrau

Nadine in München, 2020.

»Wenn wir immer nur im

ruhigen Gewässer treiben,

dann wird man irgendwann

auch lethargisch.«

Bild: IMAGO / Future Image

Es gibt auch die Situation, in der ich noch

mehr provoziert werde und eigentlich noch

mehr in diesen Zustand reinrutsche und es

für mich schwieriger wird, dort rauszukommen.

Ich habe eine Partnerin – meine

Frau – gefunden, die mir das sehr leicht

macht, meine eigene Facette zu betrachten

und damit zu leben und auch damit in

Ordnung zu sein. Traurigkeit ist eben ein

Teil von mir.

Man strahlt erst dann richtig, wenn man

eben diese Emotionen zulässt im Leben

und sie sogar, wie Sie es so schön machen,

auskostet und dadurch sogar noch Kraft

bekommt.

Ja genau, wir ziehen unheimlich viele Erfahrungen

daraus und entdecken auch

Dinge an uns, die vielleicht eine Weile unentdeckt

gewesen sind und dann irgendwann

hochschwappen. Und wenn man

bereit ist, zuzulassen, dass man nicht nur

immer ein guter Mensch ist oder auch

nicht nur immer gute Emotionen in sich

trägt, dann wird es eben auch leichter, Erkenntnisse

zu gewinnen und die Situationen,

mit denen wir vielleicht immer in

einer bestimmten Art und Weise umgegangen

sind, mal anders anzugehen. Auf einmal

hat man die Wahl: Gehe ich nach

rechts oder gehe ich jetzt mal nach links?

Sonst bin ich immer rechts gegangen. Und

dann habe ich immer dieses Ergebnis bekommen.

Und jetzt gehe ich mal nach

links, mal schauen, wo ich da hinkomme.

Das finde ich interessant. Es gelingt mir

nicht immer. Ich möchte mich jetzt gar

nicht als den weisen Mann darstellen, der

jetzt das Leben verstanden hat. Dafür gibt's

einfach immer noch tagtäglich viel zu viele

Situation, die auch für mich neu sind. Aber,

deswegen meinte ich eben dieses Gefühl

von: »Ich bin in der Grauzone, da muss

man sich nicht beschäftigen.« Da ist alles

cool. Und da lässt man sich einfach mal

treiben. Ich mag dieses Gefühl, wenn man

so in ruhigen Gewässern schwebt. Aber

natürlich ist es auch schön, wenn man mal

so in stürmische Gewässer kommt.

»Sie schafft es, mir wirklich das

Gefühl zu geben, dass ich so

sein darf, wie ich will.«

Warum ist das auch schön, in stürmische

Gewässer zu kommen?

Weil es ja sonst langweilig wäre. Wenn man

jeden Tag Fischsuppe ist, dann schmeckt

die irgendwann nicht mehr. Wenn wir immer

nur im ruhigen Gewässer treiben,

dann wird man irgendwann auch lethargisch.

Und dann weiß man, glaube ich,

auch den Zustand nicht mehr zu schätzen.

Deswegen braucht man diese emotionalen

asdf

Berg- und Talfahrten zwischendurch und

sie beinhalten ja auch Schönes. Das Gefühl

des Glücks. Und der besonderen Euphorie

als eine schöne Emotion, wenn man strahlt

und vor Kraft sprüht. Und natürlich dadurch

auch andere Menschen ansteckt,

inspiriert.

Aber ebenso wichtig ist es auch, mal so

ganz für sich zu sein in seiner kleinen

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

21


Leben

»Es gibt Dinge im Leben,

die mich ausmachen, die

mich beschreiben, auf die

ich sehr stolz bin und die mir

auch ungefähr eine Richtung

vorgeben.«

Höhle als Eremit – mit sich und seinen Gedanken

und seinen tragischen Dingen, die

man bewältigen muss.

Wie gehen Sie mit Ihrem Potenzialbewusstsein

um? Was bedeutet das für Sie?

Also erst einmal glaube ich, dass es da ist.

Dann glaube ich, dass man es erkennt,

wenn man auch schon eine Geschichte erlebt

hat, dass man sagen kann: »Okay, das

bin ich.« Als junger Mensch ist man noch

mit so vielen Optionen behaftet, dass man

das vielleicht noch gar nicht sagen kann.

Ich kann dann vielleicht sagen: »Ich bin

tendenziell eher ein mutiger Mensch« oder

»Ich bin sehr strebsam« oder »Ich bin eher

zurückgezogen«. Aber heute kann ich von

mir sagen: Es gibt Dinge im Leben, die

mich ausmachen, die mich beschreiben,

auf die ich sehr stolz bin und die mir auch

ungefähr eine Richtung vorgeben.

Ich muss nicht zum Musiker werden, wenn

ich kein Instrument spielen kann. Und

man muss auch nicht alle Dinge machen

im Leben, nur weil man sie an einem anderen

bewundert. Also ich habe meine Teile

im Leben, die mir ein starkes Selbstbewusstsein

geben, weil ich weiß, das kann

ich, und das mache ich gerne. Und es gibt

auch Dinge, die ich nicht gerne mache.

Und trotzdem sind sie Teil meines Lebens

und müssen auch gemacht werden. Und

auch das zählt zu meinem Bewusstsein,

weil ich ja ständig mit diesen Dingen zu

tun habe, dass ich zum Beispiel Papiere

sortieren muss. Und ich hasse es, am

Schreibtisch zu sitzen und Papiere zu sortieren.

Es ist eben der Teil meines Lebens,

der dazugehört. Natürlich könnte ich mir

draußen in der Welt jemanden suchen, der

das für mich macht. Meine Frau macht es

gerne. Aber ich will das nicht. Weil ich

auch so ein bisschen die Angst habe, die

Kontrolle über mich zu verlieren, wenn ich

auf einmal Dinge abgebe, die ich gar nicht

abgeben sollte, weil es meine Dinge sind.

Es sind meine Papiere. Auch wenn ich die

nicht gerne sehe, so bleiben es meine

Papiere. Und ich will schon auch wissen,

welches Papier ich in welche Richtung geschoben

habe, weil ich oft in die Situation

komme, dass ich brauche. Und wenn ich

nicht weiß, wer was wo hingetan hat, dann

muss ich suchen und Suchen ist immer

ganz schlimm für mich. Ich liebe Ordnung.

Und deswegen gehört es eben auch dazu.

Aber das ist eben ein Teil von mir. Und es

ist ein Teil meines Bewusstseins. Und ich

bin auch stolz darauf, dass ich auch das irgendwie

händeln kann. Dann gibt es eben

Dinge, die mir großen Spaß machen und

die ich bin. Das ist dann eben Jan. Und damit

gehe ich irgendwie ganz gut um.

Was hilft Ihnen denn, wenn Sie ein klares

Bild vor Augen haben, wo Sie hinmöchten,

Bilder: Olaf Kroenke, Thomas Niedermüller, IMAGO / Stefan Zeitz

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Leben

»Das

Großartige ist:

Das, was ich

am wenigsten

gerne mache,

erfüllt mich mit

dem höchsten

Stolz und

dem höchsten

Glück.«

Jan Sosniok mit Susan Sideropoulos

und Dieter Hallervorden bei der

Theater-Jahrespressekonferenz in

Berlin zur Vorstellung des Spielplans

Saison 2020-2021

dass Sie es dann auch wirklich durchziehen?

Und sei es jetzt nur dieses alltägliche

Beispiel mit den Papieren. Wie motivieren

Sie sich?

Ich versuche immer, Lösungen zu finden,

damit es für mich leichter wird. Die Lösung

könnte ja darin liegen, dass ich mir

einbilde, wenn ich immer regelmäßig

meine Papiere sortiere, dann ist der Berg

ganz klein und dann ist alles schnell von

der Hand. Es gelingt leider nicht immer so,

weil mich andere Dinge ablenken, die mir

Die Autorin

Dipl. Oec. Carmen Uth ist »EmotionsCoach,

-Expertin und -Journalistin«. Durch eine Transformation

mit »EmoPower®« verhilft sie ihren

Klienten zu mehr Handlungsstärke.

mehr Spaß machen. Darin finde ich mich

natürlich viel lieber wieder und vergesse so

die anderen Bereiche, die mir nicht so viel

Spaß machen. Infolgedessen wird der Berg

natürlich dann ein bisschen größer.

Ich habe jetzt hier ungeöffnete Post. Die

muss ich alle noch öffnen, lesen, Rechnungen

begleichen und was man eben alles so

machen muss. Der Berg ist schon ein bisschen

größer. Aber ich habe was Schönes

gemacht: Ich habe mir einen ordentlichen

Stapel da hingelegt. Also die Papiere liegen

nicht einfach auf dem Schreibtisch, sondern

sie sind schön aufeinandergestapelt.

Dadurch sieht es für mich sehr ordentlich

aus und auch einfacher anzugehen, weil ich

mir denke: »Mensch, dann greife ich nur

immer einen Brief und den nächsten.« Und

dann funktioniert es für mich. Oder ich

sage mir ganz konkret: »Okay, du musst

das jetzt wirklich machen. Es nützt nichts.

Es wird dir morgen genauso wenig Spaß

machen. Mach es dann heute.« Dann setze

ich mich auch hier hin und entdecke in

dem Moment, dass, wenn ich den ersten

Brief aufgemacht habe, den Computer

hochgefahren habe und die Seiten öffne,

die ich brauche, dann wird es auf einmal

leicht und dann kann ich mich sehr gut

konzentrieren. Ich kann mich gut konzentrieren

auf Dinge, die ich mache. Wenn ich

koche, dann koche ich, und wenn ich

Papiere sortiere, dann sortiere ich Papiere.

Ich bin dann nicht Multitasking-fähig und

ich will das auch nicht sein, weil ich mich

auf eine Sache konzentrieren will. Dann

»Es nützt nichts. Es wird dir

morgen genauso wenig Spaß

machen. Mach es dann heute.«

macht es mir Spaß. Es nervt mich auch,

wenn dann jemand reinkommt und von

mir irgendetwas anderes will. Das reißt

mich dann raus und ich muss mich wieder

neu organisieren, um diese Stimmung wiederzufinden.

Wenn ich aber so meinen

»Flow« gefunden habe, dann geht es mir

erstaunlicherweise leicht von der Hand.

Das Großartige ist: Das, was ich am wenigsten

gerne mache, nämlich Papiere sortieren,

erfüllt mich mit dem höchsten Stolz

und dem höchsten Glück, denn wenn ich

meinen letzten Zettel weggeheftet habe,

dann gehe ich hier mit schwellender Brust

heraus und denke mir: »Du bist der Tollste.

Du warst heute wieder richtig gut.« Und

dann gehe ich manchmal hier vorbei, gucke

einfach ins Büro und denke so: »Ja, der

Schreibtisch ist schon sehr ordentlich. Ja,

ich mag das, wenn da gar nichts draufliegt.

Das ist schön.« So gehe ich damit um.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

23


Leben

Bild: IMAGO / Eventpress

»Wenn ich mich nicht selbst

liebe, kann ich andere Menschen

ja auch nicht lieben.«

Sie haben gesagt: »Darauf bin ich stolz.«

Das haben Sie mehrfach wiederholt. In

diesem Zusammenhang – was bedeutet

Selbstliebe für Sie?

Großes, natürlich. Eine große Überschrift.

Selbstliebe. Die braucht jeder, um auch mit

sich im Reinen zu sein. Denn wenn ich

mich nicht selbst liebe, kann ich andere

Menschen ja auch nicht lieben. Und ich

glaube, ich habe schon eine ganz ordentliche

Portion davon abgekriegt. Ich kann

natürlich bestätigen, dass sie manchmal

auch ein bisschen schwächer ist und ich

denke, ich bin der totale Versager und

nichts klappt, keiner will mich, keiner liebt

mich. Auch das gibt es. Das sind ja eben

diese emotionalen Zustände, in denen man

tagtäglich irgendwie rumschwirrt und

rumschwimmt. Aber im Prinzip weiß ich,

wer ich bin, und ich weiß, was ich kann.

Und ich kann mich auch dafür lieben. Und

ich kann mich auch für meine Seiten lieben,

die vielleicht nicht so schön sind, weil

sie ja trotzdem Teil von mir sind.

Noch eine Frage zum Abschluss. Glauben

Sie, es gibt eine Verbindung zwischen gutem

Umgang mit Emotionen und Erfolg?

Und wenn ja, was ist das?

Ich glaube, es gibt diese Verbindung insofern,

dass wir Menschen wie Magneten

sind. Und ich glaube, man kann diese Magneten

auch einstellen. Man kann dem

einen Wert geben. Wenn der Magnet einen

Wert von 30 hat, dann zieht er nur alles an,

was auch 30 hat. Wenn ich es schaffe, den

Wert höher zu stellen, dann ziehe ich

Dinge an, die einen höheren Wert haben.

Deswegen glaube ich, dass, wenn man

emotional stabil ist und, ich sage mal, im

Grünen schwimmt, wenn man es mal farblich

ausdrücken möchte – oder in Gelbem,

soll sich jeder eine Farbe aussuchen, die

sich positiv anfühlt –, dann zieht man eben

auch diese Dinge an. Ich glaube, das hängt

direkt damit zusammen. Und das kennen

wir alle.

Es liegt in unserem Auftrag, unsere Magneten,

wie auch immer man das ausdrücken

mag, mit dem besten Wert einzustellen, der

zur Verfügung steht.

»Ich glaube,

dass wir

Menschen

wie Magneten

sind. Und ich

glaube, man

kann diese

Magneten

auch

einstellen.«

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


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ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

25


Einstellung

TRAU DICH,

GROSS UND FREI ZU

träumen

BUCHAUSZUG AUS »WUNDERWERK« VON VEIT LINDAU

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Depositphotos / jamesteohart

Gibt es irgendetwas in deinem

Leben, was du dir wünschst,

wovon du mehr willst? Dann

ist jetzt der Zeitpunkt. Das

hier ist das Leben, das zu dir

spricht und dich auffordert: »Sag mir bitte

schön, was du willst.« Und an dieser

Stelle ist es ganz wichtig,

dass du nicht anfängst

mit so einer

kleinen Gurke von

Traum: »Es würde

reichen, wenn ich

vielleicht hundert

Euro mehr auf dem

Konto hätte«; »Wäre

schön, wenn ich

mal

eine Woche

Urlaub

machen

könnte«.

Sondern dass

du sagst: »Ich

lebe! Ich befinde

mich in einem 13,5 Milliarden Jahre

alten Kosmos. Ich habe keine Ahnung, wie

lange ich lebe. Aber ich kann denken, ich

kann fühlen und ich will das Maximum. Alles

andere wäre doch Wahnsinn.«

Ganz vereinfacht gesagt gibt es in deinem

Geist zwei Kräfte. Es gibt den Träumer und

es gibt den Umsetzer. Jeder von uns trägt

diese zwei Kräfte in sich. Der Träumer ist

der Erfinder und Verwalter deiner Visionen.

Der Umsetzer wiederum ist jene Kraft,

die deine Träume als Aufträge begreift.

Ohne dass du es eigens beschließen musst,

sorgt er dafür, dass deine Träume in die

Wirklichkeit überführt werden. Im Guten

wie im Schlechten.

Wenn du zum Beispiel träumst, dass dein

Leben total verkorkst ist; wenn du die Vorstellung

kultivierst, dass du nichts Gutes

verdient hast und aus deinem Leben nichts

mehr werden kann, dann sagt der Umsetzer

in dir: »Okay. Auftrag verstanden. Ich

kümmere mich darum!« Und dein Leben

wird verkorkst sein. An der Stelle sind wir

Menschen alle gleich: Der Träumer träumt

und der Umsetzer setzt um.

Ich möchte dich gleich zu einem Ritual einladen.

Ich möchte dich einladen, richtig

groß zu denken. Aber zuvor lass uns noch

darüber reden, warum so viele Menschen

so ein Problem damit haben, richtig groß

und frei zu träumen. Das ist wichtig, weil

ich bei meinen Klienten immer wieder feststelle,

dass sie manchmal sehr zaghaft bis

lustlos an das potenziell größte Abenteuer

ihres Lebens heranghen. Was ich dir hier

anbiete, ist nichts weniger als eine Revolution!

Wenn du Bock hast auf ein wesentlich

geileres Leben, auf mehr Geld, mehr Orgasmen,

mehr Selbstverwirklichung, mehr Erleuchtung,

steht dir das zur Verfügung! Ich

rede hier nicht von Hokuspokus. Das ist

auch kein Tschacka-Tschacka-Motivationstalk.

Ich schreibe nüchtern und zugleich

hellauf begeistert von deiner realen Kapazität,

Wunder in deinem Leben zu manifestieren.

Also warum denken nicht alle Menschen

frei und groß? Das habe ich mich oft

gefragt und hier sind die sieben maßgeblichen

Gründe.

Wir verkennen unsere Macht

Der erste und vielleicht wichtigste Punkt

ist, dass Menschen nicht verstehen, wie

powervoll sie sind. Uns wurde beigebracht,

uns wie kleine unbedeutende Rädchen in

einem riesigen Uhrwerk zu fühlen und zu

verhalten. Ein zentrales Anliegen dieses

Buches ist es, dir zu vermitteln, dass jedes

einzelne Gespräch, das du führst, etwas kreiert.

Jedes einzelne Gespräch. Jeder Monolog

mit dir selbst. Jeder Dialog mit einem

anderen. Du kannst nicht nicht kreieren.

Du kreierst heute entweder eine Wiederholung

von gestern oder etwas Neues. Du

kannst mit einer einzigen Idee die ganze

Welt beeinflussen. Und wenn du sagst:

»Veit, ich will gar nicht die Welt beeinflussen«,

dann beeinflusse dich selbst, beeinflusse

das Leben der Menschen, die dir am

Herzen liegen.

Es gibt dieses wunderschöne Zitat von

Marianne Williamson: »Unsere Angst ist

nicht, dass wir unzulänglich sind, unsere

tiefste Angst ist, dass wir eigentlich über

die Maßen machtvoll sind.« Das ist so

schmerzhaft schön wahr. Wenn wir unsere

Träume nicht leben, dann deshalb, weil wir

Angst vor unserer eigenen Macht haben.

Visionen sind die Tür zu dieser Macht. Visionen

zeigen dir, dass du viel powervoller

bist, als du denkst. Es ist ein Licht, vor dem

du erschrickst, nicht die Dunkelheit. Vielleicht

fragst du dich, was du dir anmaßt,

wenn du brillant, talentiert, großartig, fabelhaft

sein möchtest. Aber die einzig

spannende Frage ist doch: Warum nicht?

Wenn das Leben dich mit der Fähigkeit zu

Orgasmen ausgestattet hat, warum solltest

du keinen Orgasmus erfahren? Und das

möglichst oft. Wenn du kreativ denken

kannst, warum solltest du deine Kreativität

nicht entfalten? Wenn du lieben kannst,

warum solltest du deine Liebe zurückhalten?

Wenn es Schöpfung gibt, dann ist sie

nicht daran interessiert, dass du auf der

Zuschauerbank gelangweilt auf das Ende

wartest, sondern dass du in die Arena

kommst und Vollgas gibst.

»UNSERE ANGST

IST NICHT, DASS

WIR UNZULÄNG-

LICH SIND, UNSERE

TIEFSTE ANGST IST,

DASS WIR EIGENT-

LICH ÜBER DIE

MASSEN MACHT-

VOLL SIND.«

– Marianne Williamson

Das Gehirn ist ein Energiesparer

Der zweite Grund, warum Menschen nicht

frei und groß träumen, ist erschreckend

banal: Es ist energiesparender für dein Gehirn,

ein Bild anzunehmen, das dir vorgesetzt

wird, als ein eigenes zu entwickeln.

Also, wenn jemand zu dir kommt und sagt:

»Ich weiß, wie die Welt funktioniert – alles

großer Mist!« oder »Alles ist rosarot«, und

wenn das Bild einigermaßen schlüssig ist,

dann denkt dein Gehirn: »Okay. Warum

soll ich selbst noch darüber nachdenken?

Da spare ich mir doch meine Energie.«

Menschen, die so reagieren, sind geistige

Wiederkäuer*innen. Menschen, die sagen:

»Hey, der Fritz hat behauptet …«, »Der

Papst hat gesagt …«, »Die Bundesregierung

empfiehlt …«, »Man sollte …«, käuen einen

alten Gedanken wieder. Wir käuen wieder,

wenn wir das Gleiche sagen, was wir vor

fünf Jahren gesagt haben. Oder wenn wir

denken, dass wir heute nicht erfolgreich

sein können, da wir schon vor fünf Jahren

versagt haben. Das ist alles ein Wiederkäuen

von alten Erfahrungen und sehr bequem

für unser Gehirn. Um dir das Wiederkäuen

von Gedanken ein für alle Mal zu

vermiesen: Stell dir vor, du triffst dich mit

einem guten Freund. Während ihr euch

unterhaltet, öffnet er seinen Mund, holt

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

27


Einstellung

»Wunderwerk«

von Veit Lindau

192 Seiten

Erschienen: September 2021

Unum

ISBN: 978-3-8338-8108-4

einen alten Kaugummi raus und legt in dir

auf die Zunge. Du kaust ihn ohne Widerspruch

weiter, obwohl du weißt, dass er

vorher schon in tausend fremden Mündern

war. Du freust dich schon darauf, ihn deinem

Kind in den Mund zu schieben, wenn

es aus der Schule kommt. Ist das eklig? Ich

finde ja. Genau das machst du mit deiner

Großhirnrinde, wenn du nicht selbstständig

denkst. Pfui!

Falsche Lektionen aus der Kindheit

Der wahrscheinlich maßgeblichste Grund,

warum Menschen sich nicht erlauben, frei

zu träumen, ist, dass uns in der Kindheit

beigebracht wurde, wir seien es nicht wert.

Andere bereits auf Mittelmaß konditionierte

Geister haben uns beigebracht, wir

müssten uns bescheiden. Das ist crazy.

Wenn ich nicht an mich glaube, traue ich

mir natürlich auch keine großen Träume

zu. Wenn ich glaube, ich bin nicht gut genug,

habe ich keine Chance, die volle Flügelspanne

meines freien Geistes auszufahren.

Ein Adler, der gelernt hat, sich in

einerPinguinkolonie zu verstecken. Dabei

ist es im Grunde genommen andersherum:

Es ist der größte Verrat am Leben, nicht

groß zu träumen.

Falls du an Gott glaubst: Was meinst du

wohl, was Gott von dir will? Dass du mit

hängenden Schultern über die Erde läufst

und den schöpferischen Ferrari, den ER/

SIE/ES dir anvertraut hat, in der Garage

stehen lässt? Meinst du, dass die Quelle der

Schöpfung begeistert ist, wenn du beschließt:

»Ich werde mein Leben lang artig,

nett und unauffällig sein«? Oh, nein. Sie

wird dir irgendwann frustriert in den Hintern

treten und dir eine fette Krise schicken,

damit du endlich gezwungen bist,

deine Superpower zu aktivieren.

Angst vor Fehlern und Enttäuschung

Vierter Punkt, ganz wichtig: Wir erlauben

uns nicht zu träumen, weil wir uns vor

Fehlern und den damit verbundenen Erfahrungen

von Enttäuschung, Ablehnung,

Schuld und Scham fürchten. Ich habe

meine Ziele schon immer relativ großmäulig

rausposaunt, weil mich das verpflichtet

und anspornt. Dann ist mir aufgefallen,

dass es Leute gibt, die nur darauf warten,

dass ich einen Fehler mache. Natürlich tun

die Ablehnung der anderen und das eigene

innere Gericht weh. Wer lebendig ist, wird

mehr Fehler begehen.

Erinnerst du dich noch an das, was wir in

Part 3 über die zwei Mindsets gesagt haben?

Ein fixes Mindset hält sich an die Devise:

»Ich will keine Fehler machen.« Wenn

du keine Vision hast, kannst du keine Fehler

machen. Im Wachstums-Mindset sagst

du hingegen: »Fehler gehören dazu. Fehler

sind eigentlich geil, weil ich durch sie noch

mehr erfahre, wer ich bin.« Öffne dich für

Fehler und die damit verbundene Verletzbarkeit,

und du ööffnest dich für die wahre

Elementarkraft deines Lebens.

Widerstand gegen unbequeme Erfahrungen

Jetzt kommt eine ganz wichtige Sache für

die Spiris unter uns: ein subtiler Widerstand

gegen unbequeme Erfahrungen. In

der spirituellen Szene ist das Konzept

»Wünsch dir was vom Universum beziehungsweise

das »Gesetz der Anziehung«

weitverbreitet. Warum ist dieses Konzept

so verlockend? Weil es bequem ist. Doch

wir wissen heutzutage aus der Flowforschung,

dass der sch pferische Kreislauf

echter Flowerfahrungen auch unangenehme,

unbequeme Phasen braucht. Niemand,

der Fitness treibt, geht davon aus,

dass er beim ersten Training Topleistungen

erbringt und sich immer supertoll fühlt.

Nein, es gibt diese Momente, in denen alles

wehtut; erst hinterher fühlst du dich wieder

supergeil. Wenn du eine andere Sprache

erlernen möchtest, musst du Grammatik

und Vokabeln pauken. Aber wenn du dann

in dem anderen Land bist und dich mit den

Leuten in ihrer Sprache verständigen

kannst, hat sich die Anstrengung gelohnt.

Wenn ich dich jetzt verführen möchte, größer

zu denken, eine Vision zu empfangen

und deine Absicht zu formulieren, dann in

dem Wissen, dass du auf dem Weg dahin

auch Strecken erleben wirst, die frustrierend

sind. Weil du nicht weiterweißt, weil

es nicht schnell genug geht, weil du Dinge

dazulernen musst. Lass uns da wirklich

klar sein: Dieser Dehnungsprozess ist

manchmal ätzend unbequem. Eine Vision

zu empfangen und von ihr berauscht zu

sein ist keine Kunst. Diese Vision auf detaillierte

Ziele und Handlungen runterzubrechen

und dranzubleiben kann mühsam

sein. Aber es lohnt sich. Genau in diesen

heißen, herausfordernden Phasen wird

unser Charakter geformt und das Fundament

für die Ekstase gelegt, die wir dann

im Flow erfahren.

Angst vor Sichtbarkeit

Der nächste Grund ist Angst vor Sichtbarkeit.

Ganz, ganz wichtig. Wenn du dich

dazu bekennst, wer du wirklich bist und

was deine Vision eines guten Lebens ist,

stehst du plötzlich mitten in der Arena. Es

wird eine Menge Leute auf den Zuschauerbänken

geben, die denken: »Du bist ja ganz

schön frech, ich werde dich mal beobachten.«

Diese Menschen kompensieren ihr

eigenes fehlendes Spiel, indem sie über

andere lästern, sie kritisieren, ja sogar bekämpfen.

Damit musst du umgehen lernen.

Das ist der Preis.

Das Prinzip der Sichtbarkeit gilt auch im

privaten Bereich. Vielleicht bekennst du

dich in deiner Beziehung zu deiner Vision

und sagst: »Schatzi, mir fällt auf, dass die

WENN ICH GLAUBE, ICH BIN NICHT

GUT GENUG, HABE ICH KEINE CHANCE,

DIE VOLLE FLÜGESPANNE MEINES

FREIEN GEISTES AUSZUFAHREN.

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Einstellung

NATÜRLICH TUN DIE ABLEHNUNG DER

ANDEREN UND DAS EIGENE INNERE

GERICHT WEH. WER LEBENDIG IST,

WIRD MEHR FEHLER BEGEHEN.

Mulde unserer Couch, auf der wir beide

sitzen, wenn wir abends fernsehen, immer

tiefer wird. Ich will, dass wir es krachen

lassen. Ich will das Abenteuer. Ich will mit

dir auf den Mount Everest der Partnerschaft.«

Es kann sein, dass dies wie ein elektrischer

Blitz in deine*n Partner*in führt

und er oder sie sagt: »Danke, dass du es

aussprichst! Ja, mir fehlt das auch. Lass uns

gemeinsam nach den Sternen greifen,

Baby!« Es kann aber auch sein, dass er oder

sie mit Widerstand reagiert: »Sorry, da

steige ich aus. Ich finde die Mulde

bequem.«

Visionen positionieren uns. Wenn du erst

einmal klar weißt, wofür du stehst und wo

du hinwillst, wirst du zum Teil schmerzhaft

deutlich spüren, welche von deinen

Freund*innen gar nicht in dieselbe

Richtung unterwegs sind. Visio-

nen können dich manchmal echt einsam

machen. Ich will es nicht schönreden. Das

kann wehtun. Doch die gute Nachricht ist:

Du wirst nie wieder ganz allein sein. Denn

du wirst in deinem Einstehen für deine Vision

einen Menschen treffen, auf den du so

lange gewartet hast – dich! Und die zweite

gute Nachricht: Endlich können dich deine

wahren Weggefährt*innen erkennen.

Angst vor Erfüllung

Den siebten Grund habe ich selbst lange

nicht verstanden. Wir fürchten uns vor der

tatsächlichen Erfüllung unserer Wünsche.

Wieso könnte Erfüllung furchterregend

sein? Erinnere dich mal an die letzten Momente,

in denen du komplett erfüllt warst.

Was hat da gefehlt? Dein Ego!

Dein Ego hat keinen Zugang zu

wahrer Erfüllung. Es muss an

der Schwelle dahin sterben. Ego definiert

sich über Widerstand und Mangel. Dein

Ego braucht – um sich lebendig zu fühlen

– etwas, das nicht stimmt, etwas, das fehlt,

etwas, wonach es sich sehnen kann. Wenn

du also die tiefe Sehnsucht deiner Seele bejahst

und diese erfüllt wird, wird es innerlich

ganz still. Für deine Seele ist das der

perfekte Zustand, dort ist sie frei. Für dein

Ego hingegen ist es der Tod, denn es hat

keinen Zugang zur Erfüllung.

Und das Ego ist ganz schön gewieft. Es versucht

sich zu wehren, indem es Probleme

kreiert, die gar nicht wirklich existieren. Ich

habe auf meinem Weg gemerkt, dass ich –

als ich anfing, die ersten Phasen von Erfüllung

zu erleben –, aufpassen musste, mich

nicht selbst zu sabotieren.

Beobachte diesen Mechanismus mal bei dir

selbst. Er ist öfter aktiv, als du denkst. Plötzlich

kreierst du einen Streit. Du verletzt

dich. Du gibst unnötig Geld aus …

So, das also sind die sieben Gründe, die uns

(nicht wirklich) davon abhalten können,

wirklich groß und frei zu träumen und

diese Träume kühn und konkret zu manifestieren.

Ich habe sie dir nicht aufgeschrieben,

damit du sie als Ausrede benutzt, sondern

damit du sie enttarnen und wie lästige

Motten abschütteln kannst, während sich

der Titan, die Titanin der Schöpfung in dir

erhebt und beginnt, das Leben deiner Wahl

zu erschaffen.

Bilder: Depositphotos / jamesteohart, Lindau, Cover: Unum

»DEIN EGO WEHRT

SICH GEGEN ERFÜL-

LUNG. ES BRAUCHT

IMMER ETWAS,

WONACH ES SICH

SEHNEN KANN.«

– Veit Lindau

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29


Erfolg

Seit über dreißig Jahren steht Daniel Aminati auf Bühnen und in Studios,

tanzt, singt, moderiert, motiviert und inspiriert – um die Menschen mit

seiner Freude anzustecken. Dabei war sein Leben nicht immer so unbeschwert,

wie man es gern glauben möchte. Jetzt hat der 48-Jährige eine

Autobiografie geschrieben, in der er die Licht- und Schattenseiten seines

Werdegangs beleuchtet und den Menschen hinter dem Entertainer offenbart.

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg

AM ABGRUND

WUCHSEN

IHM FLÜGEL

DANIEL AMINATI IM INTERVIEW ÜBER DIE SUCHE NACH WERTSCHÄTZUNG,

DIE KEHRSEITE DES ERFOLGES UND DIE HEILSAMKEIT VON SELBSTREFLEXION

Das Interview führte Johanna Schmidt.

Bild: IMAGO / Eventpress

Dein Start ins Leben war

nicht unbedingt erfolgversprechend

und deine Kindheit

alles andere als leicht.

Dein erster Schritt ins

Rampenlicht war ein Tanzschritt, da

warst du erst 15. Woher kam dein

Wunsch, auf der Bühne zu stehen?

Der Wunsch, auf der Bühne zu stehen, entsprang

der Lust an Freude. Meine Kindheit

war geprägt von sehr viel Aggressivität,

Hilf- und Lieblosigkeit. Das sind Umstände

und eine Energie, in der man nicht sein

möchte. Ich habe damals ganz viel Fußball

gespielt und wirklich Ewigkeiten auf dem

Bolzplatz verbracht, weil das für mich die

heile Welt war – bloß nicht zu Hause sein.

Mit elf, zwölf fing dann das Tanzen bei mir

an, eine große Bedeutung zu spielen. Damals

gab es die Hip-Hop-Bewegung und es

machte mir wahnsinnig viel Spaß, die

Menschen nachzuahmen, die mir auch äußerlich

ähnlich waren. Das waren vornehmlich

schwarze Kids, die in Amerika,

genauer gesagt in der Bronx, Breakdance

tanzten, rappten. Diese Welle, die damals

nach Deutschland rüberschwappte, hat

dazu geführt, dass einige Kumpels und ich

die Tanzschritte adaptierten. Das war

Freude, die wir da zum Ausdruck brachten,

und es hatte etwas Unbeschwertes. Ein

paar Jahre später wurden wir dann angesprochen,

der Mola (er wurde später unter

anderem als Moderator bei VIVA bekannt)

und ich, ob wir nicht Lust hätten, auf der

Bühne vor Publikum zu tanzen. Na klar

haben wir dieses Angebot angenommen.

Ein bisschen Geld gab es auch noch on top.

Das war der Start der Back groundtanz-

Karriere.

Des Weiteren gibt es noch diesen Satz: Der

Weg auf die Bühne ist günstiger als der

Weg zum Therapeuten. Da ist was Wahres

dran und traf definitiv auch auf mich zu.

Jeder möchte irgendwie beachtet und geschätzt

werden. Und durch das Tanzen

habe ich damals Wertschätzung erfahren.

Zuerst war aber Fußball dein Hobby.

Viele Jungs und inzwischen auch einige

Mädels haben den Traum, Fußballprofis zu

werden. Das war damals auch meiner.

»Der Weg auf

die Bühne ist

günstiger als

der Weg zum

Therapeuten.

Da ist was

Wahres dran

und traf definitiv

auch auf

mich zu.«

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Erfolg

»Wenn du

erfolgreich

bist und die

Quote stimmt,

dann küssen

sie dir den

Allerwertesten.

Bleibt der

Erfolg aus,

bleibst du

unbeachtet.

The winner

takes it all.«

Mit zehn habe ich das erste Mal im Verein

und auch in Auswahlmannschaften gekickt

und durfte dann ab meinem fünfzehnten

Lebensjahr in der Junioren-Bundesliga

spielen. Deshalb war der Schritt in den

Profi-Kader nicht weit weg. In der A-Jugend

war ich beim FC Bayern. Wir hatten

einen großartigen Kader. Granaten wie

Didi Hamann, der dann auch bei Liverpool

spielte, Max Eberl, der bei Gladbach Manager

war, Harald Cerny, der österreichischer

Nationalspieler gewesen ist – sie alle waren

in der Mannschaft.

»Am Abgrund wachsen dir Flügel«

von Daniel Aminati

304 Seiten

Erschienen: April 2022

Ariston

ISBN: 978-3-424-20224-3

Sich in diesem Umfeld bewegen zu dürfen,

war großartig. Aber der Schritt in ein Profi-

Lager, der braucht dann einfach noch mehr

Fokussierung, noch mehr Konzentration.

Als ich siebzehn, achtzehn war, wurden

dann auf einmal andere Sachen auch für

mich interessant, wie zum Beispiel die

Bühne.

Also war das der nächste natürliche

Schritt für dich?

Nein. Ich beschreibe im Buch, dass, sobald

ich eine Ablehnung erhielt und ich mich

nicht wertgeschätzt fühlte, ich etwas Mimosenhaftes

an den Tag legte. Ich dachte

dann immer: »Warum der und warum ich

nicht?« Ich wurde dann eher unsicher, als

dass mich das bestärkt hätte. Bei den Bayern

musste ich öfter auf der Bank sitzen, als

mir lieb war. Und häufig musste ich in der

zweiten Mannschaft aushelfen.

Innerhalb der Mannschaft hatte ich den

Zuspruch und wurde wertgeschätzt, aber

eben nicht vom Trainer, der hat auf andere

Spieler gesetzt. So ist das manchmal im

Leben und das wird uns immer wieder begegnen,

dass wir das Gefühl nicht loswerden,

dass jemand anderes bevorzugt wird.

That’s life. Statt die Ärmel hochzukrempeln,

bin ich oft bockig weggelaufen oder

wurde aufmüpfig und musste so manchen

Verein verlassen. Also würde ich den

nächsten Step gar nicht als natürlichen

Schritt bezeichnen, sondern bin eher auf

die professionelle Bühne »gestolpert«.

Und auf der Bühne – oder in der Entertainment-Industrie

– kam diese Wertschätzung

dann leichter?

In allen Bereichen – überall wo Menschen

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bilder: IMAGO / Lumma Foto / Future Image, Cover: Ariston

zusammentreffen – gibt es welche, die

einem wohlgesinnt sind oder eben nicht.

Selbst wenn du in der ersten Mannschaft

beim FC Bayern spielst, gibt es auch da

Momente, in denen so mancher hoch dotierter

Spieler spürt, dass der andere bevorzugt

wird. Der Trainer stellt 11 Spieler auf,

der Rest sitzt auf der Bank oder ist gar

nicht im Kader. Und auch auf der Bühne

ist das genauso.

»Die Beliebtheit eines Künstlers steigt und

fällt immer proportional zu seinen Verkaufszahlen.«

Und auch diesen Satz unterschreibe

ich. Wenn du erfolgreich bist und

die Quote stimmt, dann küssen sie dir den

Allerwertesten. Bleibt der Erfolg aus,

bleibst du unbeachtet. The winner takes it

all.

Es geht in dieser Welt nicht immer gerecht

zu. Aber irgendwie gleicht es sich

doch auch immer wieder aus. Es ist wichtig,

zu begreifen, sich in diesem »Lebensspiel«

nicht zu sehr von äußeren Faktoren

und Personen abhängig zu machen. Jeder

ist schlussendlich für seine eigene Zufriedenheit

und sein eigenes Glück verantwortlich.

Und gerade dann, wenn du

meinst, dich im Kreis zu drehen, geh unbeirrt

weiter. Im Übrigen: Du wirst es auch

nicht zu schätzen wissen, wenn immer alles

glatt läuft. Das gibt es nicht und das soll

es auch nicht. Denn nichts ist ohne sein

Gegenteil.

»Es ist wichtig, zu begreifen,

sich in diesem ›Lebensspiel‹

nicht zu sehr von äußeren

Faktoren und Personen abhängig

zu machen.«

Dann hast du so ziemlich alles ausprobiert,

was ein Mensch in der Entertainment-Industrie

tun kann: Tanz, Gesang,

Schauspiel, Modeln, Moderation – zuletzt

bist du ja auch im Fitnessbereich

sehr aktiv. War das dieses Weitergehen

und nach dem eigenen Glück suchen?

Oder war das doch eher eine Art Suche

nach dem, was funktioniert und dir

Ruhm und Anerkennung bringt?

Als ich damals das erste Mal auf der Bühne

stand, entsprang in mir nicht der Wunsch,

»Ich will jetzt ein Star werden«. Ich war

vielmehr froh, etwas machen zu können,

das mir Spaß bereitet hat. Ein schöner und

damals instinktiv wichtiger Ansatz. Ich

denke, dass Erfüllung nicht zwangsläufig

mit materiellem Erfolg einhergeht, sondern

mit dem, was dich wirklich beseelt,

was deine Leidenschaft ist. Das eine muss

das andere ja nicht ausschließen. Aber die

Freude sollte an erster Stelle stehen, um

wirklich langfristig erfolgreich zu sein. Ich

habe damals vieles Verschiedenes gemacht,

weil ich auch schauen musste, über die

Runden zu kommen. Ich habe keinen

Schulabschluss, keine Ausbildung, deshalb

habe ich auf unterschiedlichen Bühnen gestanden.

Der Weg vom Tanz in Richtung

Boyband war dann nicht so weit. Bühne ist

Bühne.

Es überrascht mich, wenn Menschen sagen:

»Mensch, was kannst du nicht alles?

Wow, das ist ja toll!« Für mich ist das gar

nicht so hochtrabend. Früher sind Entertainer

singend die Treppe heruntergekommen,

haben moderiert und noch kleine

Schauspiel-Einlagen gemacht. Das war

früher normal! Selbst eine Musicalausbildung

basiert darauf. Aber ich freue mich

natürlich, dass ich unbeirrt weitergegangen

bin, um das machen zu können, was

ich gemacht habe. Jetzt kann ich nach über

dreißig Jahren Bühnenerfahrung sagen:

Ich habe inzwischen was drauf. Und das

kann mir niemand nehmen.

Was, denkst du, war ausschlaggebend

für deinen Erfolg?

Der ausschlaggebende Punkt für Erfolg

ist Durchhaltevermögen, Beharrlichkeit.

Dafür gibt es auch einen englischen

Ausdruck, und zwar »Grit«. Talent zu

haben ist das eine. Talent ist eine wunderbare

Ausgangsposition. Wenn du aber

nicht täglich an deinem Talent feilst, wird’s

schwer auf Dauer.

Zu deinem Erfolg gehörte aber auch

die Kehrseite: Egoismus, Drogen,

Schulden, Absturz. Wie hast du

dich da wieder rausgeholt?

Oft ist es leider so, dass wir erst

dann ein Bewusstsein für Dinge erlangen,

wenn wir auch die Kehrseiten

der Medaille

kennen. Aufgrund

meiner

tiefen Abstürze

habe ich ein anderes

Empfinden,

vielleicht

eine andere Dankbarkeit

dafür, was Höhen

für mich jetzt bedeuten. Menschen,

die besonders gelitten haben in

ihrem Leben, sind auch oft besonders

empfindsam und empathisch. Ich

habe an meinem tiefsten Punkt glücklicherweise

Strategien entwickelt, um

ja nie wieder in diese Hölle zurückzukehren.

Dann war es auch dieser »Grit«,

der dich da wieder rausgeholt hat?

»Jetzt kann ich

nach über dreißig

Jahren Bühnenerfahrung

sagen: Ich habe

inzwischen was

drauf. Und das

kann mir niemand

nehmen.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

33


Erfolg

In einem meiner ersten Speaker-Auftritte

habe ich meine Geschichte erzählt. Da gab

es unter anderem einen Satz, den ich vortrug:

»Wenn du mit dem Rücken zur Wand

stehst, ist das manchmal ganz ratsam, denn

du kannst nicht weiter zurück, du musst

nach vorne.« Irgendwann gibt es einen

Punkt in deinem Leben, an dem du dich

entscheiden musst: In welche Richtung will

ich gehen? Will ich weiter Opfer sein oder

»Wenn du dir deiner Schattenseiten

bewusst bist und ihnen

gegenüber vielleicht auch etwas

Gutes abgewinnen kannst,

dann ist das der erste Schritt in

die richtige Richtung. «

Daniel Aminati mit seinem

ersten Tennisschläger

will ich Schöpfer sein? Bei mir war der

eben angesprochene tiefste Punkt der, dass

ich mit dem Tod geliebäugelt habe. Das

klingt dramatisch und das war es auch. Ich

habe diese Zeit wahrscheinlich auch gebraucht,

um Kräfte zu entwickeln und um

an Wunder zu glauben, die ich aus mir

heraus manifestieren konnte. Deswegen

bin ich diesen Zeiten heute sehr dankbar,

so makaber das auch klingen mag. Wenn

du dir deiner Schattenseiten bewusst bist

und ihnen gegenüber vielleicht auch etwas

Gutes abgewinnen kannst, dann ist das der

erste Schritt in die richtige Richtung.

Jetzt hast du dein erstes Buch verfasst:

»Am Abgrund wachsen dir Flügel«. Was

hat dich dazu bewegt?

Der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben

habe, ist zum einen ein Friedenschließen

mit dem und auch ein Anerkennen

dessen, was war. Ich bin

inzwischen sehr happy bin mit dem, der

ich geworden bin. Das war ein schmerzhafter

und langer Weg. Irgendwo nehme

ich mich mit diesem Buch selbst in den

Arm und sage: »Hey, das hast du gut gemacht,

Junge. Kompliment.« Dieses Buch

soll aber auch ein Mutmacher sein! Denn

Daniel Aminati mit seinen Eltern

und Geschwistern, bevor sich seine

Mutter von seinem Vater trennte

egal wie aussichtslos, traurig, schwer und

beschissen deine Situation gerade zu sein

scheint, es gibt immer Hoffnung, solange

du nicht stehen bleibst.

Wie war der Schreibprozess für dich?

War es nicht auch schwierig, alte Wunden

wieder aufzureißen?

Anfänglich habe ich mit einem Ghostwriter

gearbeitet. Aber es war nicht das, was

ich mir erhofft hatte. Es gab dann noch

einen zweiten Ghostwriter, der sich auch

noch einmal drangesetzt hat. Aber auch

das war’s nicht. Dann kam ich an den

Punkt, an dem ich feststellte und mir klar

wurde: Ich muss das selber machen.

Das hat zum einen dazu geführt, dass der

Erstellungsprozess länger gedauert hat,

und zum anderen, dass ich dann im Nachhinein

diesen Titel gewählt habe: »Am

Abgrund wachsen dir Flügel«. In den letzten

Jahren haben mich Zitate begleitet, die

ich mir immer wieder aufgeschrieben

habe. Das ging schon vor zwanzig Jahren

los, als ich mich entschieden habe, aus

meiner »Krise« herauszugehen. Ich habe

damals sehr viel gelesen. Diese Sätze waren

für mich kleine Wegweiser und

Leuchttürme.

»Wer noch nie am Abgrund stand, dem

können auch keine Flügel wachsen.« Dieses

Zitat stammt aus dem Film »Alexis

Sorbas«. Dieser Satz ist bei mir hängen

geblieben. Und da mein Leben – oder das

Leben so vieler von uns – eine Berg- und

Talfahrt ist, habe ich mir gedacht, das

spiegelt mein Leben ganz gut wider. Denn

ich habe Abgründe erleben müssen, weswegen

ich dann aber auch Flügel entwickeln

konnte.

Bilder:Privatarchiv Daniel Aminati

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Erfolg

War das Schreiben also auch eine Form

von Selbsttherapie?

Ja, der Schreibprozess war auch ein Stück

weit Selbsttherapie. Wir neigen häufig

dazu, Dinge wegzudrücken, wegzuschieben.

Wir leben komplett in der Ablenkung.

Wenn du raus auf die Straße gehst, wirst du

vollgeballert mit Geräuschkulissen, mit unaufmerksamen

Menschen, mit Reklame …

Ich glaube, dieser Prozess und noch einmal

abzutauchen in die eigene Geschichte und

in die Stille zu gehen, das war zwar heilsam,

aber wie so oft, wenn es heilsam wird,

musst du vorher durch tiefe Wunden. Das

Buch ist sehr ehrlich und transparent.

»Erfolg bedeutet für mich, sich

in seiner Haut wohlzufühlen.«

Deshalb hattest du dich dann auch dazu

entschieden, das noch einmal selbst zu

machen statt mit den Ghostwritern.

Absolut. Deswegen bin ich froh, dass ich

diesen Weg gegangen bin. Und vor allen

Dingen bin ich mir auch da treu geblieben.

Ich habe mir gedacht: »Klar, ich kann’s mir

einfach machen.« Das war der Gedanke am

Anfang. »Ich habe noch andere Projekte,

da lasse ich einen Ghostwriter ran, das ist

ja seine Profession. Ein Schriftsteller ist ein

Schriftsteller und wird das schon besser

machen als ich.« Aber sich dann irgendwann

zu sagen: »Okay, dann geh’ ich jetzt

»Wenn du es gut machen

willst, dann tu es. Auch wenn

es mühseliger ist als eine

andere Lösung.«

den beschwerlichen Weg.« Das ist wieder

diese Mentalität der Beharrlichkeit. Wenn

du es gut machen willst, dann tu es. Auch

wenn es mühseliger ist als eine andere Lösung.

Du wirst belohnt. Und für mich ist

dieses Buch, ob es sich jetzt großartig verkauft

oder nicht, jetzt schon ein Erfolg.

Weil es mein Buch ist und ich auf mein

Leben zurückblicke. Aber natürlich würde

ich mich freuen, wenn es viele lesen.

Nach all der Selbstreflexion – was bedeutet

Erfolg heute für dich?

Erfolg bedeutet für mich, sich in seiner

Haut wohlzufühlen. Das ist das schwerste

und das größte Ziel, das du im Leben erreichen

kannst. Ich fühle mich wirklich

wohl in meiner Haut. Das heißt nicht, dass

ich am Ende bin. Wenn wir lernen wollen,

werden wir bis ans Ende unserer Tage lernen.

Die ganze Geschichte der Menschheit

fußt auf zwei Säulen, auf Anstrengung und

Entwicklung. Ich folge also weiter munter

meinen Visionen und freue mich auf all

das, was ist und noch kommen wird.

Meditation gehört heute für ihn und

seine Verlobte Patrice Eva Fischer zur

täglichen Routine.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

35


Erfolg

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36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Einstellung

Arnold Schwarzenegger hat sich seine

Spracheigenheiten nie verbieten lassen.

»ACHTE AUF

DEINE SPRACHE«

JULIEN BACKHAUS HAT EIN BUCH ÜBER 50 DUMME LEBENS- UND KARRIEREREGELN

GESCHRIEBEN, DIE MAN BRECHEN MUSS, UM ERFOLG ZU HABEN.

AUSZUG AUS DEM NEUEN BUCH VON JULIEN BACKHAUS

Bilder: IMAGO / Future Image

Unsere Sprache – damit sind

hier Eigenheiten wie Stil,

Akzent, Dialekt und dergleichen

gemeint, nicht die

Landessprache als solche –

ist ein Ausdruck unserer individuellen

Persönlichkeit. In der Regel ist sie ein Anzeichen

für unsere Überzeugungen, unseren

Charakter und unsere Herkunft. Sie

sollten das nicht verleugnen. Sie dürfen

sich niemals dafür schämen, wer Sie sind.

Hören Sie manchmal Politiker sprechen

und denken sich dabei: »Was ist nur mit

dem? So redet doch niemand?« Sie haben

recht, so redet niemand, der sich selbst

treu ist. So redet jemand, der gelernt hat,

sich zu verstellen.

Sollte Ihnen jemand raten, mehr auf Ihre

Sprache oder Aussprache zu achten, will

er damit wahrscheinlich erreichen, dass

Sie sich besser in die Gruppe einfügen.

Die Aufgabe der eigenen Individualität

und Wahrhaftigkeit ist aber ein großer

Preis für ein Leben im Mittelmaß. Persönlichkeiten

wie Andy Warhol, Coco

Chanel oder Arnold Schwarzenegger haben

sich ihre Spracheigenheiten nie verbieten

lassen. Ganz im Gegenteil. Sie haben

ihre offene und manchmal seltsame

Art zu sprechen gezielt genutzt, um sich

von der Masse abzuheben. Das verlieh

ihren Botschaften umso mehr Gewicht.

Sie wurden deshalb zu so erfolgreichen

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

37


Einstellung

Der US-amerikanische Künstler Andy Warhol

war eine Leitfigur in der Pop-Art-Bewegung.

Bild: IMAGO / UIG, Cover: FinanzBuch Verlag

Figuren, weil sie keinen Hehl daraus

machten, wer sie sind.

Es gibt natürlich auch hier eine mögliche

Konsequenz, die viele scheuen. Wer nicht

bereit ist, sich anzupassen, kann von

einer Gruppe ausgeschlossen werden.

Denken Sie nur an die drei genannten

Persönlichkeiten Warhol, Chanel und

Schwarzenegger. Sie galten zu Beginn

ihrer Karrieren als Außenseiter. Schwarzenegger

wurde ständig für verrückt erklärt.

Erst, als er mit seinem österreichischen

Akzent Schauspieler in Hollywood

werden wollte, und später, als er sich für

den Posten des Gouverneurs von Kalifornien

bewarb. Doch die Leute wussten es

»Bullshit Rules:

50 Regeln, die Sie brechen

müssen, um Erfolg zu haben«

von Julien Backhaus

128 Seiten

Erschienen: Juli 2021

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-489-0

zu schätzen, dass er sich nicht verstellte.

Das brachte ihm ein authentisches Image

ein und förderte seine Einzigartigkeit.

Sich von der Masse abzuheben, hat nun

mal auch große Vorteile. Die Botschaften

solcher Leute werden schneller wahrgenommen.

Diverse Untersuchungen haben

sogar herausgefunden, dass Fluchen

gesund ist und produktiver machen

kann. Sie müssen also keine Scheu davor

haben, mit Ihrer Wortwahl hier und da

über die Stränge zu schlagen. Sie wirken

dadurch nur umso ehrlicher. Auch wenn

manche Menschen die Stirn runzeln sollten,

werden sie Sie für Ihre Authentizität

res pektieren.

Sollte Ihnen

jemand raten,

mehr auf Ihre

Sprache oder

Aussprache

zu achten,

will er damit

wahrscheinlich

erreichen, dass

Sie sich besser

in die Gruppe

einfügen.

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Wissen

asdf

asdf

Bilder: asdf

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

39


Wissen

BRAINSET

WIE WIR WERDEN, WER WIR SIND

Wie und weshalb entscheiden

wir so, wie wir entscheiden?

Was macht

mich zur Persönlichkeit

und wieso entscheide ich

so und nicht anders? Spannende Fragen. Seit

vielen Jahrhunderten beschäftigen diese Fragen

Philosophen, Psychologen und seit wenigen

Jahrzehnten vor allem auch die

Neurowissenschaftler.

Die meisten Menschen offenbaren als Erwachsene

in dem, was sie fühlen, denken

und tun, über alle Veränderungen hinweg

ein nachweislich zeitlich überdauerndes

Muster; dies wird als Persönlichkeit bezeichnet.

Insbesondere sind die Gewohnheiten

eines Menschen typisch für seine Persönlichkeit.

Die Persönlichkeit wird geprägt durch

zwei sehr starke Tendenzen: Einerseits die

»Anlage« und andererseits die »Umwelt«.

Wir werden also genetisch – besser: epigenetisch

(bestimmt mit, unter welchen Umständen

welches Gen in der frühen Entwicklung

eines Menschen angeschaltet wird und wann

es wieder schweigsam wird) – und durch die

Umwelt, die auf uns einwirkt, geformt.

Demnach haben wir scheinbar eine Trennung

von Temperament und Charakter.

Diese Trennung und dieser uralte Streit lösen

sich nun langsam auf und in der modernen

Hirnforschung setzt sich die Erkenntnis

durch, dass sich genetische Vorbedingungen

und Umwelteinflüsse im Gehirn eines Menschen

unauflöslich miteinander verbinden

und dass es genau diese Verbindungen sind,

die unsere Persönlichkeit formen.

Und es gibt noch zwei weitere starke Tendenzen

in der Persönlichkeit: Auf der einen

Seite wollen wir auf jeden Fall Bestandteil

einer Gruppe sein und uns zugehörig fühlen

und andererseits haben wir den Hang zur

Autonomie, also alles entscheiden zu wollen,

wie wir es für uns selbst als richtig empfinden.

Ein Spagat, den es ständig zu lösen gilt.

Die meisten heutigen Persönlichkeitstests

gehen von fünf Grundfaktoren aus: Extraversion,

Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit,

DIE PERSÖNLICH-

KEIT WIRD GEPRÄGT

DURCH ZWEI SEHR

STARKE TENDEN-

ZEN: EINERSEITS

DIE »ANLAGE« UND

ANDERERSEITS DIE

»UMWELT«.

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Wissen

Neurotizismus und Offenheit/Intellekt. Sie

nennen sich die »Big Five« und wurden auf

der Basis der Ansätze des deutsch-britischen

Psychologen Hans-Jürgen Eysenck von den

Psychologen Costa und McCrae in den 80er-

Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt

(Costa und McCrae, 1992).

Aus Sicht der Neurowissenschaften, die inzwischen

auch von den vielen Persönlichkeits-

und Entwicklungspsychologen mitgetragen

wird, hängt die Persönlichkeit eines

Menschen mit den individuellen Eigenschaften

seines Gehirns zusammen. Diese Ausführung

bedeutet gerade nicht, dass Persönlichkeit

etwas Unveränderbares und klar

genetisch Herbeigeführtes ist. Eher wird der

Charakter eines Menschen stark durch die

Umwelt und seine Einflüsse bestimmt und

dies in einem viel höherem Maße als bisher

angenommen.

Die Plastizität (Neuroplastizität) des Gehirns

ist nachweislich unser ganzes Leben aktiv

und verändert uns ständig durch die wirkenden

Umwelteinflüsse, unsere widerfahrenen

und damit auch abspeichbaren Erfahrungen

im deklarativen Gedächtnis (Wissensgedächtnis),

dem emotionalen Gedächtnis

(limbisches System) oder dem prozeduralen

Gedächtnis (automatisch erlerntem Gedächtnis).

Dies sorgt letztlich dafür, dass

unser Gehirn (insbesondere durch das limbische

vorbewusstliche Gedächtnis) immer

wieder andere oder auch neue emotionale

Bewertungen hervorruft.

Nach neuen oder auch zusätzlichen Informationen

und vor allem auch emotional besetzten

Erfahrungen wird daher unser Verhalten

maßgeblich ständig beeinflusst und

verändert. Damit wandeln sich auch Sichtweisen,

Wertestrukturen und auch eine Vielzahl

von Entscheidungen, die einen Menschen

und sein Leben selbst betreffen.

Der vielfach ausgezeichnete Hollywood-

Schauspieler Joaquin Phoenix ist dafür bekannt,

in seinen Rollen vollkommen zu verschwinden.

DIE PLASTIZITÄT DES GEHIRNS IST NACH-

WEISLICH UNSER GANZES LEBEN AKTIV

UND VERÄNDERT UNS STÄNDIG.

Bilder: IMAGO / Cinema Publishers Collection / MediaPunch, Sebastian Schwarz

Der Autor

Karsten Brocke ist Experte für Brainset®,

Wahl- und Kaufentscheidungen, Dozent und

Mitglied der Akademie für neurowissenschaftliches

Bildungsmanagement.

Für seine Oscar-preisgekrönte Rolle des

Jokers verlor er mehr als 20 Kilogramm

– eine brutale Diät, die ihn fast in den

Wahnsinn trieb – und studierte ein Buch

über die Psychologie von Attentätern.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

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42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Einstellung

Leonardo DiCaprio als Jordan Belfort

in »The Wolf of Wall Street«

AUSLAUFMODELL

LEISTUNGSKULTUR

Bilder: IMAGO / Mary Evans, Vera Ley

Nebst der Digitalisierung und

Flexibilisierung der Arbeitswelt

verändern sich die Bedürfnisse

der jungen Generationen.

Der Ruf nach

Kulturwandel wird laut. Die ausgeprägte

Leistungskultur, welche Leistung mit Präsenzzeit

gleichsetzt, den Konkurrenzkampf

fördert und sich auf »harte Fakten« konzentriert,

wird vom Erfolgs- zum Auslaufmodell.

Zwar hat uns diese Leistungskultur

viel Wohlstand eingebracht. Allerdings hat

sie auch zu steigenden Burnout-Raten und

sinkender Loyalität zum Arbeitgeber geführt.

Es ist an der Zeit für neue Wege in

der Arbeitswelt. Doch das Beschreiten

dieser neuen Wege wird erst möglich,

wenn die Führung sich dafür öffnet. Mit

diesem Beitrag lade ich Sie ein, Führung

neu zu denken und neu zu leben.

Der Gallup Engagement Index 2021

bringt es auf den Punkt:

• Dass die Loyalität der Mitarbeiter abgenommen

hat, liegt daran, dass die

Unternehmen ihre Führungsaufgaben

vernachlässigt haben.

• Dort, wo Führungskräfte deutliche

Defizite zeigen, haben Mitarbeiter

innerlich gekündigt, sind bereit für

einen Jobwechsel oder schauen sich

nach einem neuen Arbeitgeber um.

• Unternehmen, die sich um ihre Beschäftigten

nicht nur als reine

Arbeitskräfte, sondern als Menschen

gekümmert haben, profitierten von

einer wachsenden emotionalen Mitarbeiterbindung.

Was bedeutet das nun für die Führungsrolle?

Es bedeutet, dass wir neue Standards setzen

dürfen. Mitarbeitende sollten nicht

nur als Leistungserbringer, sondern in

ihrem ganzen Sein als Mensch gesehen

und so geführt werden. Es geht darum,

Teammitglieder nicht mehr kleinzuhalten,

sondern sie in ihr größtes Potenzial zu

führen. Die Talente sichtbar zu machen

und zu binden. Das ist auch die zentrale

Antwort auf den Fachkräftemangel.

Es geht darum, Teammitglieder

nicht mehr kleinzuhalten,

sondern sie in

ihr größtes Potenzial zu

führen.

Gelingen kann das, indem wir die starren,

engen Hierarchien verabschieden und

selbst organisierte Arbeitsformen einsetzen.

Damit wird Führung nicht mehr fix

an eine einzelne Person oder Funktion geknüpft,

sondern geteilt. Verantwortung

und Freiraum werden dort verortet, wo die

größte Expertise ist. Und das ist eben sehr

oft in den Händen der Mitarbeitenden und

noch viel häufiger in den Händen von

Teams.

Der Schritt von hierarchischen in selbst

organisierte Arbeitsformen bietet die

große Chance, das Potenzial der Mitarbeitenden

breiter zu nutzen und komplexe

Entscheidungen durch geteilte Verantwortung

breiter abzustützen. Dies führt nachweislich

zu einem erhöhten Beitragsdenken

und einer stärkeren Identifikation mit

dem Unternehmen.

Und was macht dann die

»bisherige« Führungskraft?

Sie kann dafür sorgen, dass eine gemeinsame

Vision für das Neue entsteht, und

einen Rahmen schaffen, in dem Innovation

und gemeinsames Lernen freudvoll

gelingen. In der Übergangsphase hat sie

vor allem eine große Aufgabe: alte Muster

loszulassen, Gewohntes zu verlernen und

das Neue mutig zu erkunden. Nicht alleine,

sondern im wertschätzenden

Miteinander.

Die Autorin

Heidi Weber Rüegg ist seit 2007 Geschäftsführerin

der Impact Development GmbH. Ihre

Vision ist es, Führungskräfte in zeitgemäße

Leadership zu begleiten.

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43


Story

Stevie Wonder

– DIE LEBENDE SOUL-LEGENDE

Elton John erklärte in einem

Interview mit dem Magazin

»The Rolling Stone«: »Ich

möchte es mal so sagen: Egal, wo

ich weltweit unterwegs bin, habe

ich immer eine Aufnahme von ›Songs in

the Key of Life‹ mit dabei. Für mich ist es

das beste Album, das je gemacht wurde.

Und es hinterlässt bei mir immer ein Gefühl

der Ehrfurcht, wenn ich es höre. Wenn

Menschen in den kommenden Jahrzehnten

und Jahrhunderten über Musikgeschichte

sprechen, werden die Namen Louis

Armstrong, Duke Ellington, Ray Charles

und Stevie Wonder fallen.«

Wonder hat weltweit über 100 Millionen

Platten verkauft, was ihn zu einem der

meistverkauften Musiker aller Zeiten

macht. Er hat 25 Grammy Awards gewonnen

– nur ein einziger Musiker, der klassische

Dirigent Sir Georg Solti, gewann mit

31 noch mehr Grammys (beide erhielten

auch den Lifetime Achieve Award). Wonders

Alben »Innervisions« (1973), »Fulfillingness'

First Finale« (1974) und »Songs in

the Key of Life« (1976) gewannen jeweils

den Grammy Award für das »Album of the

Year«, was ihn zum Rekordhalter für die

meisten »Album of the Year«-Auszeichnungen

macht. Er ist der einzige Künstler,

der den Preis mit drei Albumveröffentlichungen

in Folge gewann.

Dabei wuchs er in sehr schwierigen Familienverhältnissen

auf: Sein Vater Calvin

Judkins war meist arbeitslos und »verdiente«

sein Geld damit, dass er seine

Freundin Lula Mae Hardaway auf den Straßenstrich

schickte. Oft wurde sie von ihm

oder von Freiern geschlagen, einmal wurde

ihr dabei fast der Kiefer gebrochen. Am 13.

Mai 1950 brachte Lula, sie war damals 20

Jahre alt, Steven als drittes von sechs Kindern

auf die Welt. Schon zwei Monate vor

dem vorgesehenen Geburtstermin setzten

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Story

Bilder: IMAGO / ZUMA Wire / UPI Photo, Thomas Schweigert

die Wehen ein und sie bekam ein Baby, das

nur vier Pfund wog und nur in einem Inkubator

überleben konnte. Paradoxerweise

führte das, was ihm als Baby das Leben

rettete, auch zu seiner Erblindung: Er

wurde im Inkubator mit zusätzlichem

Sauerstoff versorgt, was zu einer sogenannten

Frühgeborenen-Retinopathie (ROP)

führte. Das ist eine seltene Netzhautkrankheit.

Betroffen sind Frühgeborene, bei

denen die physiologische Reifung der

Netzhautgefäße noch nicht abgeschlossen

ist. Stevie war also von Geburt an blind.

Der Vater nahm keine Rücksicht auf seine

Frau oder Stevie und schickte Lula bald

schon wieder auf den Strich. In einer Nacht

im Jahr 1953 schickte er sie raus auf die

Straße, sie solle ihm jetzt Zigaretten holen.

Sie weigerte sich. Er schlug ihr so fest ins

Gesicht, dass sie auf den Boden fiel, nicht

weit von ihrem schlafenden Baby. Er hob

sie vom Boden auf und schleuderte sie

durch die Wohnung, sodass sie mit ihrer

Nase gegen einen Tisch schlug und blutete.

Die drei Kinder wachten auf und schrien.

Lula wehrte sich, nahm ein Springmesser

und hielt es ihm an den Hals. Er versuchte,

das Messer wegzuschlagen, aber verletzte

sich dabei den Unterarm schwer, sodass er

blutete. Er verstand, dass sie es ernst meinte

und floh aus dem Haus. Später versöhnten

sich die beiden wieder, aber Lula stellte

zwei Bedingungen: Sie wollte die Stadt verlassen

und nach Detroit ziehen und sie

würde nicht mehr als Prostituierte

arbeiten.

Schon als Kind wurde Stevies Interesse an

der Musik geweckt, er spielte mehrere Instrumente

und sang im Kirchenchor. Einer

seiner Freunde, Ronnie White, kannte

einen der Helfer aus der Band Miracles von

Smokey Robinson, der Star der neu gegründeten

Plattenfirma Motown. Ronnie

bot Stevie an, ihn bei Motown vorzustellen

und beim ersten Termin fragte ihn ein Mitarbeiter,

ob er singen könne. Für Stevie

wurde Motown bald sein zweites Zuhause.

Der Autor

Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist ein weltweit erfolgreicher

Autor, der mittlerweile sein 25. Buch veröffentlicht

hat: »ICH WILL. Was wir von erfolgreichen

Menschen mit Behinderung lernen können«.

»Wenn Menschen in den kommenden

Jahrzehnten und Jahrhunderten

über Musikgeschichte sprechen,

werden die Namen Louis Armstrong,

Duke Ellington, Ray Charles und

Stevie Wonder fallen.«

Er war oft den ganzen Tag dort, kam um 15

Uhr nach der Schule und blieb bis in die

Nacht. Er fiel auf, weil er den erfahrenen

Musikern nicht selten erklärte, wie sie

ihren Job tun sollten, wie sie singen oder

ein Instrument spielen sollten. Doch als sie

ihn singen und mit seinen Bongos spielen

hörten, waren sie begeistert und merkten

bald, dass die Blindheit kein Hinderungsgrund

war.

So wurde Stevie schon als Kind ein Star.

Bei den Live-Veranstaltungen elektrisierte

er die Zuhörer mit seiner spontanen Art.

Wenn Sie auf YouTube den Titel »Fingertips«

anschauen, eine Live-Aufnahme,

dann werden Sie Zeuge von Wonders erstem

großen Erfolg. Stevie wird nach dem

Auftritt von Marvin Gaye auf die Bühne

geführt und als 12-jähriges Genie vorgestellt.

Er fängt an, Bongo zu spielen und

fordert die Zuhörer auf »Clap your hands,

stamp your feet«. Dann beginnt er, Mund-

– ELTON JOHN

harmonika zu spielen und ruft: »Say

yeaaah! Say yeah! Yeah! Yeah!« Er spielte

immer weiter und seine Begeisterung

übertrug sich auf das Publikum. Nachdem

er von der Bühne geführt wurde, kam er

wieder, insgesamt spielte er acht Minuten.

Obwohl das unüblich war, entschloss sich

Motown, den Live-Mitschnitt als Single zu

veröffentlichen. Und die Entscheidung war

goldrichtig: Die Single schoss im August

1963 auf Platz eins der Billboard Charts

und auf Platz eins der R&B-Charts. »Fingertips«

wurde auch auf einer LP veröffentlicht

mit dem Titel: »Recorded Live: The 12

Year Old Genius«. Es wurde das erste

Nummer-eins-Album für Motown – und

es war das erste Mal, dass ein Sänger, der so

jung war, ein Nummer-eins-Album und

eine Nummer-eins-Single herausbrachte.

Laut Motown verkaufte sich die Single

über eine Million Mal.

Der frühe Erfolg begeisterte Stevie ebenso

wie seine Plattenfirma, aber sie machten

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2022 . www.erfolg-magazin.de

45


Story

sich auch Sorgen: Bald würde er in den

Stimmbruch kommen.

Es sollte fast genau zehn Jahre nach seinem

ersten Top-Hit »Fingertips« dauern, bis

Stevie Wonder seinen nächsten Nummereins-Titel

mit einer Single und einem Album

in den Pop-Charts erzielte. Das heißt

keineswegs, dass er in der Zwischenzeit

erfolglos war. Man kann sich vorstellen,

wie viel Geduld und Ausdauer für einen

jungen Künstler nötig sind, der mit zwölf

Jahren schon mit einem Top-Hit an die

Spitze der Charts katapultiert wurde und

dann fast ein Jahrzehnt warten musste, bis

er diesen Erfolg wiederholen konnte.

»Ich habe nicht das Ziel, die vorherigen

Alben zu übertreffen. Ich will

immer nur mein Bestes zu dem jeweiligen

Zeitpunkt geben. Und das

geht nur wegen der Unzufriedenheit

oder Zufriedenheit, die mich

dazu getrieben hat, ein besserer

Mensch zu werden.«

– STEVIE WONDER

Stevie Wonder verließ sich nicht auf andere,

sondern bewies die Kombination von

Ausdauer und Experimentierfreudigkeit,

die so ausschlaggebend dafür ist, dass man

Erfolg hat. Er war extrem lernbegierig und

fragte jeden, von dem er etwas lernen

konnte. Einer, der ihn damals aus der Nähe

beobachtete, berichtet: »Hey, wie machst

du dies, wie machst du jenes … Das machte

er bei jedem. Er war eine echte Nervensäge

– ich sage das im liebevollen Sinne, aber er

war einfach eine Nervensäge. So hat er alles

gelernt.«

Im Mai 1967 war es dann – fast – so weit

und mit »I Was Made to Love Her« kam er

auf Platz eins in den R&B-Charts und auf

Platz zwei der Pop-Charts. Dann kam Ende

1972, fast ein Jahrzehnt nach seinem ersten

Hit, der Song »Superstition« und schoss

auf Platz eins der R&B-Charts und auch

der Pop-Charts.

Nach seinem Nummer-eins-Erfolg mit

»Superstition« Ende 1972 folgte schon wenige

Monate darauf der nächste Nummereins-Hit

in den Pop-Charts: »You Are the

Sunshine of My Life«. In den Jahren 1974

bis 1977 gelang ihm drei Mal, was ihm vorher

fast zehn Jahre lang nicht mehr gelungen

war: Er landete mit den Singles »You

Haven’t Done Nothin’«, »I Wish« und »Sir

Duke« dreimal auf Platz eins der Pop-

Charts. 1974 und 1976 erreichte er auch

mit den Alben »Fulfillingness’ First Finale«

und »Songs in the Key of Life« die Nummer

eins bei den Langspielplatten.

Im November 1974 rief der Bürgermeister

von Los Angeles sogar einen »Stevie Wonder

Day« aus und das führende Magazin in

den USA, »Newsweek«, präsentierte ihn

auf der Titelseite mit der Headline »Stevie,

the Wonder Man«. Das Magazin »Time«

brachte eine große Geschichte über ihn mit

dem Titel »Black, Blind and on Top of the

Pop«.

Wonder war längst nicht mehr nur ein Sänger,

sondern schrieb auch Songs für andere

Stars wie George Benson, die Pointer Sisters

und Michael Jackson. Er komponierte

Hits für Aretha Franklin, sang Duette mit

Michael Jackson, Julio Iglesias und Ray

Charles, spielte Mundharmonika für den

Bilder: IMAGO / ZUMA Wire / UPI Photo, Cover: FinanzBuch Verlag

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2022 . ERFOLG magazin


Story

Er verließ sich

nicht auf andere,

sondern bewies

die Kombination

von Ausdauer und

Experimentierfreudigkeit,

die so

ausschlaggebend

dafür ist, dass man

Erfolg hat.

2014 würdigte Ex-Präsident Barack Obama

Stevie Wonder mit der höchsten zivilen Auszeichnung

der USA, der Freiheitsmedaille.

Superhit »There Must be an Angel« der

Eurythmics. Mit dem Ex-Beatle Paul Mc-

Cartney landete er im Frühjahr 1982 einen

Superhit: »Ebony and Ivory«.

Der Bassist Nate Watts berichtet, nach

einem anstrengenden Tag im Tonstudio sei

er gerade nach Hause gekommen und ins

Bett gegangen, als das Telefon klingelte.

Stevie Wonder war am Apparat und sagte,

er solle sofort zurück ins Studio kommen,

weil er unbedingt einen Song aufnehmen

wollte. Es war drei Uhr nachts.

Stevie Wonder wurde in den USA auch

durch seine politischen Aktivitäten bekannt.

Wonder führte eine Kampagne an,

die das Ziel hatte, den Geburtstag des Bürgerrechtlers

Martin Luther King in den

USA zum gesetzlichen Feiertag zu machen.

Für eine Unterschriftenkampagne wurden

sechs Millionen Unterschriften gesammelt,

die größte Petition dieser Art in der amerikanischen

Geschichte. Zunächst war diese

Idee abgelehnt worden, fand aber im November

1983 eine Zweidrittelmehrheit im

Kongress. Aus Sicht radikaler schwarzer

Aktivisten war Wonder nicht radikal genug.

Und einen schwarzen Rassismus, der

sich gegen Weiße richtete, verachtete er –

so wie sein Vorbild Martin Luther King –,

ebenso wie den gegen Schwarze gerichteten

Rassismus.

Mitte der 80er-Jahre war ein zweiter Höhepunkt

in der musikalischen Karriere von

Stevie Wonder mit Nummer-eins-Hits wie

»I Just Called to Say I Love You«, »Part-

Time Lover« und »That’s What Friends Are

For«. Im Oktober 1985 sollte er mit dem

Titel »Go Home« das letzte Mal unter die

Top Ten kommen. In den Jahren danach

»ICH WILL. Was wir von

erfolgreichen Menschen mit

Behinderung lernen können«

von Rainer Zitelmann

384 Seiten

Erschienen: Juni 2021

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-95972-469-2

wurde es ruhiger um ihn, aber immer wieder

hatte er spektakuläre Auftritte. 2007

und 2008 ging er nach zehnjähriger Pause

wieder auf eine Welttournee. Im Wahlkampf

2008 unterstützte er massiv Barack

Obama und trat auf dem Wahlparteitag

der Demokraten auf, bei dem Obama offiziell

zum Präsidentschaftskandidaten nominiert

wurde. Er sang bei einem Popkonzert

im Januar 2009 in Washington, mit

dem die Feiern zur Amtseinführung des

neuen Präsidenten begannen, und veröffentlichte

aus diesem Anlass den Song »All

About the Love Again«. Obama ehrte Stevie

Wonder 2009 mit einem Library of

Congress-Award.

Wonders Erfolgsgeheimnis war eine hohe

Arbeitsdisziplin, verbunden mit der Offenheit,

sich immer wieder neu zu erfinden,

mit neuen technischen Möglichkeiten

und musikalischen Stilmitteln zu experimentieren.

Seine Fans wollten immer wieder

die alten Titel hören und ihn auf eine

Rolle festlegen, aber er gab dem nur in

engen Grenzen nach. Was ihn antrieb, war

eine produktive Unzufriedenheit, die er

einmal mit diesen Worten ausdrückte:

»Für jedes meiner Alben, die ich gemacht

habe und die ich machen werde, gilt stets:

Ich habe nicht das Ziel, die vorherigen Alben

zu übertreffen. Ich will immer nur

mein Bestes zu dem jeweiligen Zeitpunkt

geben. Und das geht nur wegen der Unzufriedenheit

oder Zufriedenheit, die mich

dazu getrieben hat, ein besserer Mensch zu

werden.«

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Erfolg Magazin Top Experten

Führung mit klarem Kompass

TOP

EXPERTEN

Bild: Depositphotos/depositedhar

In 13 Kilometern Flughöhe kannst du nicht rechts ranfahren,

wenn es ein Problem gibt. Was zeichnet eine gute Führungskraft

über den Wolken aus? Ein Perspektivenwechsel.

Finde deinen Fokus

Der Job im Cockpit ist eigentlich sehr klar strukturiert und folgt

routinemäßigen Handlungsmustern. Eigentlich. Ein technischer

Defekt oder ein schwieriger Anflug bei schlechtem Wetter werfen

auch erfahrene Piloten plötzlich aus dieser Komfortzone. Das

passiert öfter, als Passagiere das vermuten würden und nein, es

trifft dann kein Autopilot die Entscheidung für uns. Plötzlich ist

alles anders: Der enorme Input der zahlreichen Instrumente, der

Zeitdruck und die Verantwortung für hunderte Menschenleben

– es gibt Situationen im Leben, auf die kannst du dich nicht vorbereiten.

Deshalb gibt es im Cockpit eine goldene Regel: Fly the aircraft!

Was auch immer da oben passiert, bleib ruhig und flieg’ die Kiste!

Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Plötzlicher Stress

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abzuwenden, indem man seinen Fokus wie einen Lichtstrahl

in Ruhe ausrichtet. Auf die eine, wichtige Sache.

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Mut zur Demut

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neu aufgenommenen Top-Experten.

Die gesamte Liste finden Sie unter

www.erfolg-magazin.de/top-experten/

Bei der Benennung von »Top Experten« handelt es sich um eine redaktionelle

Entscheidung des ERFOLG Magazins. Die Redaktion sichtet regelmäßig

Profile von Marktteilnehmern und prüft die Personen unter Zuhilfenahme

öffentlich einsehbarer Informationen hinsichtlich fachlicher Qualifikation,

Veröffentlichungen, Kundenbewertungen und Dauer der Tätigkeit. Nur

natürliche Personen können als »Top Experten« benannt werden.

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